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Falstaff (1965)

Falstaff (1965)
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OT: Chimes at Midnight (1965)
(Orson Welles' Falstaff - Glocken um Mitternacht)
Drama
Spanien/Schweiz 1965
Regie: Orson Welles
Buch: Raphael Holinshed, Orson Welles, William Shakespeare (Theaterstück: Henry IV)
Musik: Angelo Francesco Lavagnino
Produzent: Ángel Escolano, Emiliano Piedra, Harry Saltzman, Alessandro Tasca
Darsteller: Orson Welles, Jeanne Moreau, Margaret Rutherford, John Gielgud, Marina Vlady, Walter Chiari, Michael Aldridge, Fernando Rey, Ralph Richardson


Kurzinhalt:
Bei seiner Krönung und Machtübernahme wendet sich Heinrich IV. von Falstaff, dem treuen Begleiter seiner wildbewegten Jugendzeit, ab und stößt ihn dadurch in Einsamkeit und Tod...

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📃 Filmkritiken der User 📃

📝 Filmkritik geschrieben von 8martin

Ein Prinz wird König

Das ist nach Citizen Cane der zweite Geniestreich des großen Orson Welles. Ihm ist mit seiner üppigen Körperfülle die Titelrolle buchstäblich auf den Leib geschneidert. Welles hat u.a. Texte aus den Königsdramen von Shakespeare so zusammengefügt, dass die Figur des Falstaff, der dort oftmals als Randfigur in Erscheinung getreten war, ins Zentrum der Handlung rückt. Von daher kennen wir den Dickwanst als faulen, räuberischen Säufer, der im Hurenhaus zu Hause ist, als übertreibender Sprücheklopfer, der nie um eine Lüge verlegen ist, wenn es gilt, sich aus einer brenzligen Situation herauszureden oder seine nicht vorhandenen Fähigkeiten beschönigend heraufzubeschwören.
Als solcher zieht er mit dem Prinzen von Wales und Thronfolger Hal (Keith Baxter) durchs Land. Sie scheinen unzertrennliche Freunde zu sein und sind immer wieder Gäste im Bordell von Wirtin Hurtig (Margaret-MissMarple-Rutherford). Falstaffs bevorzugte Hure ist Dortchen Lakenreißer (Jeanne Moreau).
In improvisierten Rollenspielen bespiegeln sich Hal und Falstaff aus ganz persönlicher Sicht mit wechselnden Parts mal als Vater und König Heinrich IV. (John Gielgud) mal als Sohn. So werden ihre Persönlichkeiten ins rechte Licht gerückt.
Welles hat den Shakespeare Stoff ähnlich wie später Kenneth Branagh kinogerecht bearbeitet. So z.B. die Ritterschlacht von Shrewsbury. Heinrich IV. erkrankt, Hal eilt an sein Totenbett, söhnt sich mit ihm aus und mutiert zu einem ernsthaften, nachdenklichen und klugen Politiker. Falstaff kann und will das nicht verstehen. Völlig realitätsfern eilt er an den Hof des neunen Königs Heinrichs V. Doch der verbannt ihn ‘Ich kenn dich, Alter, nicht‘. Eine Glocke läutet (neuer deutscher Verleihtitel!). Falstaff stirbt. ‘Des Königs Zorn hat ihm das Herz gebrochen‘. Hier wurden Shakespeares Texte neu gemischt und bilden ein menschliches Drama einer geistigen Entwicklung und der Brüchigkeit alter Freundschaften durch Wandel bzw. der Tatsache, dass man mit seinen Aufgaben wachsen kann.

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