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Billie Holiday
Bürgerlicher Name: Eleanora Gough Harris
Geboren am: 07.4.1915 in Philadelphia, Pennsylvania, USA
Gestorben am: 17.7.1959

Komponistin - Filmographie:
2001 Glenn Miller 2000
1999 An jedem verdammten Sonntag
1993 Schindlers Liste
1988 Rocket Gibraltar
1972 Liza with a 'Z'
1965 Man Outside
1951 'Sugar Chile' Robinson, Billie Holiday, Count Basie and His Sextet
1950 Unter Geheimbefehl

Schauspielerin - Filmographie:
1947 New Orleans (1947)
1935 Symphony in Black

Autorin - Filmographie:
1972 Lady Sings the Blues

Sonstiges:
1990 Lady Day (1990)


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📝 geschrieben von Taxi Driver

Zu dieser Zeit litt Holiday regelmäßig an Depressionen, wurde von Schmerzen und Krankheit geplagt. 1947 wurde sie zu einem längeren Aufenthalt in der Strafanstalt Federal Reformatory in West Virginia verurteilt. Die Anklage war überraschenderweise auf Geheiß ihres Managers, Joe Glaser, erhoben worden. Die daraus resultierende Publicity zerstörte ihr Selbstbewusstsein, und die Drogen schwächten allmählich ihren Körper. Die Kosten für ihre eigene Big Band mit Ehemann Joe Guy im Jahr 1945 beliefen sich auf $35.000, und auf diesen Schlag folgte noch der Tod ihrer Mutter. Eine weitere Enttäuschung für Holidays Karriere war ihr Scheitern, sich die ihr angebotene Rolle in dem Jazz-Film New Orleans (1946) zu sichern, auf die sie sich Hoffnungen gemacht hatte. Sowohl Holiday als auch ihr Idol Armstrong hatten Rollen, die zum Großteil auf Musik beruhten - vieles wurde herausgeschnitten. Doch die angebliche Jazz-Story stellte sich als unsinnige Fantasiegeschichte heraus. Damit nicht schlimm genug: Holiday und Armstrong wurden als Bedienstete dargestellt. Der Film war ein Flop, brachte ihr jedoch wertvolle internationale Publicity und Jazz-Fans waren begeistert, Segmente mit Holiday, Armstrong, Kid Ory, Woody Herman und weiteren Musikern zu sehen und zu hören. Für Holiday stand der Rückzug aus dem Filmgeschäft fest.

Ab den 50er-Jahren schienen Holiday und Probleme untrennbar zu sein. Auf Grund ihrer Vorstrafen für den Besitz von Drogen verlor Holiday ihre Erlaubnis in Kabaretts aufzutreten. Sie durfte nirgendwo auftreten, wo Alkohol ausgeschenkt wurde, und New Yorker Nachtclubs waren daher für sie tabu. In ihren Augen war dieses Verbot mehr als ungerecht und verringerte außerdem die Einnahmen, die sie mit Auftritten außerhalb New Yorks hätte erzielen können. Im Jahr 1954 trat sie in England auf, wo sie bejubelt wurde, und 1956 verhalf ihre freimütige Biografie (geschrieben mit William Duffy) Holiday zu noch größerem Erfolg, oder trauriger Berühmtheit. 1957 verdiente Holiday noch immer viel Geld, doch im darauf folgenden Jahr beeinflussten Alkohol und Drogen ihre Stimme beträchtlich. Die „heisere eloquente Stimme" war auf Kosten der Eloquenz immer heiserer geworden.

Billie Holiday reiste Ende des Jahres 1958 ein zweites und letztes Mal nach Europa. Sie kam nach London, um im Februar 1959 in der Fernsehshow Granada's Chelsea At Nine aufzutreten. Wieder zurück in Amerika verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand, und Ende Mai wurde sie wegen eines Herz- und Leberleidens ins Krankenhaus eingeliefert. Der Polizei noch immer ein Dorn im Auge (sie war bereits zwei Mal, 1949 und 1956, wegen Drogenbesitzes festgenommen worden) wurde sie dort in Ihrem Privatzimmer verhaftet, wegen Drogenbesitzes angeklagt und polizeilich bewacht - die letzte Grausamkeit, die das System ihr zufügen konnte.
Eine der bedeutesten Jazz-Sängerinnen starb so am 17. Juli 1959 um 3:10 Uhr unter beschämenden Umständen:
$750 in Banknoten waren an ihrem Bein festgeklebt - ein Vorschuss für eine Serie von bereits versprochenen Artikeln. Am Ende kam es sogar zu Streitigkeiten zwischen einem praktisch selbsternannten Rechtsanwalt und ihrem zweiten Ehemann, Louis McKay, den sie am 28. März 1957 geheiratet hatte. Sie erlebte leider nicht mehr die Flut an Büchern, Biografien, kritischen Arbeiten, Essais, Plattenbooklets, Diskografien, Einträgen in Nachschlagewerken, Kapiteln in zahllosen Jazz-Büchern, Film- und Fernsehdokumentationen, die jegliche Form von Anerkennung zu Holidays Lebzeiten bei weitem übertrafen.

Ihrem begrenzten Stimmumfang zum Trotz stellten Billie Holidays Gebrauch von Tonvariation und Vibrato, ihr Talent zur Jazz-Phrasierung sowie ihre einzigartige Herangehensweise an Popsong-Texte nur einige der Bestandteile im Leben eines wahren Künstlers dar. Ihre klare Diktion, ihre Methoden zur Manipulierung der Tonlage, ihr musikalisches Improvisationstalent, die Vielfalt ihrer Stimmungen, die sich in freudigem, sogar kokettem Optimismus bis zum rauen, trotzigen, stolzen, desillusionierten und lebhaften Kneipenjazz widerspiegelten, waren nicht aus der Luft gegriffen, sondern angeboren. Holiday kam ihren Verpflichtungen in einem schwierigen Milieu nach. Dass sie überhaupt überlebte, ist unfassbar; dass sie die bedeutendste Jazz-Sängerin aller Zeiten, praktisch ohne Vorgänger oder Nachfolger, werden sollte, grenzt an ein Wunder. Sie hätte sich nie träumen lassen, dass sie heute an Orten verehrt wird, deren Türen ihr zu Lebzeiten verschlossen blieben. Leider hätte sie das nicht überrascht. Denn sie hatte schon in ihrer Biografie geschrieben: „Nichts ist wie das verdammte Show-Business. Du musstest ständig lächeln, um dich nicht zu übergeben."

📝 geschrieben von Taxi Driver

Mitte Juli war die Sängerin wieder für eine von Hammond organisierte und von Teddy Wilson geleitete Session ins Aufnahmestudio zurückgekehrt. In Wilson, einem versierten Musiker und einfühlsamen Pianisten, hatte Holiday den passenden Partner gefunden, um ihre Fähigkeiten voll entfalten zu können. Die vier für diese bahnbrechende Aufnahme ausgesuchten Lieder waren überdurchschnittlich - „I Wished On The Moon" und „Miss Brown To You" waren Soundtracks und die lockere Jam-Session-Atmosphäre passte genau zu Holiday. Sie ging auf Wilsons großartige Begleitung sowie seine Solos ein, auf brillante Musiker wie Goodman, Roy Eldridge und Ben Webster und andere Jazzkoriphäen in darauf folgenden Aufnahmen. Jene wiederum schienen von ihrem rhythmischen Vertrauen und innovativen magischen Gesang angespornt zu sein. Hier war ein aufstrebender Star (seit 10. Juli 1936 stand ihr eigener Name auf dem Vocalion Records-Label), der gewöhnliche Popsongs mit dem emotionalen Kick einer erstklassigen Blues- oder Balladen-Komposition bereichern konnte. Die Aufnahmen spielten auch genug ein, um die Marketing-Manager zufrieden zu stellen.

Während darauf folgender Auftritte an einigen etwas gehobeneren Veranstaltungsorten als bisher, sang Holiday mit den Bands von Count Basie (1937-38) und Artie Shaw (1938). Sie erlebte jedoch unerfreuliche Zwischenfälle mit Rassisten, besonders in den "Jim Crow"-Südstaaten, und trennte sich noch vor Ende des Jahres von Shaw. Es sollte ihr letzter Auftritt als Mitglied einer Band sein: Von nun an würde sie als Solo-Künstlerin vermarktet werden.

Sie produzierte weitere Platten, und die für sie bedeutendsten waren wahrscheinlich die gemeinsam mit Wilson, ihrem geliebten Lester Young und dem Trompeter Buck Clayton aufgenommenen Alben. Außerdem ist man sich einig, dass die inspirierende - musikalische und emotionale - Verbundenheit zwischen Holiday und Young sie zu den besten Gesangsinterpretationen ihres Lebens anregte. Diese und weitere zwischen 1935 und 1942 produzierte Platten gehören zweifellos zur Crème de la Crème des Jazz. Anfang 1939 ging Holidays Karriere steil nach oben. Ihren Ruhm kostete sie erstmals im Café Society ("Caf"), das mit dem Slogan "The wrong place for the right people" ("Der falsche Ort für die richtigen Leute") warb.
Holiday gastierte dort fast neun Monate, in denen sie mit dem Liedgedicht "Strange Fruit", einem von Abel Merropol geschriebenen Protest gegen das Lynchen, auftrat. Merropol war ein weißer jüdischer Lehrer, der das Pseudonym Lewis Allan verwendete. Das Lied wurde ein Riesen-Hit und verschaffte Holiday als Interpretin sozial bedeutsamer Balladen neuen und internationalen Ruhm.

Da sich der Jazz in den 40er- und 50er-Jahren weiterentwickelte, reagierte Holiday leider unklugerweise positiv auf einige dieser Veränderungen im musikalischen und sozialen Klima. Bereits eine Trinkerin, Tabak- und Marihuanaraucherin, Esserin und Konsumentin mit einem als "mehr als gesund" beschriebenen sexuellen Appetit, passte sie genau in die harte Drogen-Kultur der 40er-Jahre. Sie hatte schwierige Liebesbeziehungen, für sie nichts Neues, heiratete am 25. August 1941 aber Jimmy Monroe. Diese Verbindung macht ihre Situation jedoch nicht leichter, eine unglückliche Ehe, die 1957 geschieden wurde. Niemand weiß, wann genau und von wem Holiday erst zum Opium und dann zum Heroin verführt wurde. Die Einzelheiten sind unwichtig, die Sucht beeinträchtigte ihren Gesang zunächst nicht, obwohl ihr Verhalten immer unberechenbarer wurde, und sie schließlich den Ruf hatte, unverlässlich zu sein.
Am Ende verdiente sie richtig Geld, es hieß bis zu $1.000 wöchentlich. Die Hälfte ihres Verdiensts benötigte sie, um ihre „Abhängigkeit" zu finanzieren. Trotzdem hatte sie nun in der Öffentlichkeit die Anerkennung erlangt, nach der sie sich so gesehnt hatte. In der ersten Umfrage des Magazins Esquire (1943) wählten die Kritiker sie zur besten Sängerin vor Mildred Bailey auf dem zweiten und Ella Fitzgerald auf dem dritten Platz.

📝 geschrieben von Taxi Driver

Biografie Billie Holiday

Geb. am 7. April 1915, gest. am 17. Juli 1959

„Lady Day" brachte sich selbst im frühen Teenageralter in Baltimore, Maryland, wo sie aufwuchs, bevor sie 1929 nach New York ging, das Singen bei. Trotz redlicher Bemühungen von Forschern, ihre Karriere geordnet darzustellen, haben ungenaue Fakten, mythische Elemente und Übertreibungen das Bild von diesen prägenden Jahren verwischt.
Eine detaillierte und verlässliche Darstellung dieser Jahre ist erst seit dem Erscheinen des tadellos recherchierten Buches von Stuart Nicholson im Jahr 1995 erhältlich. Nicholsons Nachforschungen zeigen, dass manche Aussagen der Sängerin in ihrer Autobiografie „Lady Sings The Blues" von 1956 wahr waren, die von anderen Schriftstellern als Übertreibung abgetan worden waren. Holidays Eltern, Sadie Harris (alias Fagan) und Clarence Holiday, der wahrscheinliche Vater, beide bei ihrer Geburt noch selbst Teenager, heirateten wohl nie, und es ist unwahrscheinlich, dass sie für längere Zeit zusammengelebt haben.
Clarence Holiday, ein Banjo- und Gitarrenspieler, ist hauptsächlich für seine Zusammenarbeit mit der Fletcher Henderson's Band in den frühen 30er-Jahren bekannt. Er bleibt jedoch eine Art Schattenfigur, die ihre Tochter der Fürsorge von Fagan oder anderen Verwandten überließ. Als Musiker und Mitglied in tourenden Bands war Holiday in den späten 20ern oft unterwegs, und während seiner Arbeit mit der Fletcher Henderson's Band, die bis 1932 andauerte, brach der Gitarrist die Verbindung zu den Fagans ab. Billie ließ sich jedoch nicht so leicht abschütteln. Sie zog zu ihrer Mutter in den New Yorker Distrikt Harlem, und als die Miete für ihre Wohnung einmal überfällig war, stellte sie Clarence im Roseland Ballroom, wo die Henderson's Band länger gastierte, zur Rede und nötigte ihm Geld ab, indem sie ihm drohte, ihn öffentlich zu blamieren.

Bruchstücke von Informationen über Holidays von sozialer Benachteiligung, grausamer Ausnutzung geprägte und besonders vom Pech verfolgte frühe Lebensgeschichte beweisen, dass sie bereits mit 15 oder 16 gelernt hatte, in großer Armut, mit Rassenvorurteilen und in der Ungerechtigkeit des schwarzen Ghetto-Lebens zu überleben. Sie weisen außerdem auf ein einflussreicheres Verhältnis zwischen Vater und Tochter hin (so sporadisch es auch gewesen sein mag), als Holiday es in gedruckter Form dargestellt hatte. Clarence Holiday, ein äußerst kompetenter Gitarrist und bekannt für „Good Time" -Jazzrhythmen, schien von Widersprüchen umgeben zu sein.
Während der 30er-Jahre und sogar nach dem fast unbemerkten Tod Holidays 1937 wurde in Sammelbänden, die Musikkritiken und persönliche Listen beinhalteten, die Schreibweise Haliday oder Halliday verwendet. Es ist belegt, dass Billie diesen Namen gelegentlich benutzte, bis sie überredet wurde, beruflich als Billie Holiday aufzutreten. Das Interesse der Jazz-Historiker liegt darin, eine Verbindung zwischen dem feinen und lockeren Rhythmusgefühl ihres Vaters und ihrem eigenen erstaunlichen Beherrschen von Zeit und Swing zu finden: entspannter Swing, der so zuvor noch nie zu hören gewesen war.
Da Holiday kaum Schulkenntnisse und keinerlei musikalische Ausbildung hatte, sind ihr besonders kreatives Talent in erster Linie auf ihre Intuition zurückzuführen. Sie entwickelte ihren Gesangsstil in obskuren New Yorker Spelunken und Harlemer Nachtclubs. Das viele Theoretisieren trägt jedoch auch nicht dazu bei, ihr scheinbar instinktives Musiktalent ganz zu verstehen. Sie war auf ihre Art eine Perfektionistin, verließ sich auf ihr ausgezeichnetes Gehör, ihren natürlichen guten Geschmack und ehrlichen Pragmatismus, um künstlerisch ihre leise Stimme und ihren Stimmumfang auszugleichen. Diese Einheit von Klang und Stil ihrer Stimme ist um so verblüffender auf Grund ihrer von Unsicherheit und hässlicher Brutalität geprägten Kindheit. Sie hatte bereits im Alter von 11 Jahren eine Vergewaltigung und die darauffolgende Zeit in Behandlung überlebt. In New York arbeitete sie kurz als Prostituierte und wurde dafür gemeinsam mit ihrer Mutter 1929 festgenommen. Als Strafe verbüßte sie 100 Tage im Armenhaus auf Blackwell's Island am East River (später auch Welfare Island genannt).

Ihre Karriere erlebte einen Aufschwung, als sie eine 1-wöchige Anstellung am Apollo Theatre gewann, Harlems berühmtestem und für aufstrebende Künstler eindruckvollstem Haus für Unterhaltung. Die damals gerade 20-jährige Holiday trat mit dem Pianisten Bobbie Henderson auf, und die Kritiken waren bestenfalls nicht allzu scharf. Offensichtlich kam ihr lockerer, scheinbar träger Behind-the-Beat-Stil bei dem oft lauten Publikum des Apollo Theatre nicht an. Als sie ihre Show in der zweiten Woche präsentierte, diesmal mit Ralph Cooper's Orchestra, verbesserten sich die Kritiken jedoch dank ihres Anpassungsvermögens. Zu diesem Zeitpunkt hatte Holiday sich auf die Schreibweise ihres Namens festgelegt (ihr Vorname, Eleanora, war bereits geändert worden).

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