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Die Frau aus dem Nichts

Die Frau aus dem Nichts
Bewertung:
Humor: 0%0%
Action: 0%0%
Spannung: 0%0%
Erotik: 0%0%
Anspruch: 0%0%
Gesamtbewertung:
Sehr gut!
Sehr gut!

Film bewerten
OT: Secret Ceremony
Drama
Großbritannien 1968
Regie: Joseph Losey
Buch: George Tabori, Marco Denevi
Musik: Richard Rodney Bennett
Produzent: John Heyman, Norman Priggen
Darsteller: Elizabeth Taylor, Mia Farrow, Robert Mitchum, Peggy Ashcroft, Pamela Brown, Robert Douglas, Michael Strong


Kurzinhalt:
Eine schicksalhafte Begegnung im Bus: die junge und etwas seltsame Erbin Cenci (Mia Farrow) trifft die Prostituierte Leonora (Elizabeth Taylor). Beide haben schwere Schicksalsschläge zu verarbeiten: Cencis Mutter starb vor kurzem, während Leonora noch an dem Tod ihres Kindes laboriert, für den sie sich verantwortlich fühlt. Traumatisiert bittet Cenci Leonora für sie ihre tote Mutter zu spielen, worauf Leonora schließlich eingeht, da Cenci Ähnlichkeit mit ihrer eigenen Tochter hat. Doch die Abmachung wird verhängnisvoll, als zu dem Duo Cencis Stiefvater (Robert Mitchum) stößt, der eine seltsame Beziehung zu seiner Stieftochter hat...




📃 Filmkritiken der User 📃

📝 Filmkritik geschrieben von 8martin

Mama!

Ein gedankliches Konstrukt, wie man es zeittypisch nur 1968 schaffen konnte. Aus gut gemachter Dramatik wird Spannung. Alle Figuren wollen ihr Scheibchen vom Kuchen einer jungen reichen Erbin abhaben. Und die sucht einen Mutterersatz. Aus einer Kurzgeschichte hat George Tabori ein ganzes Universum geschaffen, das Joseph Losey, der intellektuelle unter den Regisseuren, mit drei grandiosen Darstellern in Szenen gesetzt hat.
Die titelgebende Leonora (Liz Taylor) ist eine Streunerin, die auch mal Mutter war und sich als Nutte durchschlägt. Sie trifft die reiche, fast leicht debil wirkende Cenci (Mia Farrow), die in ihr ihre Mutter zu erkennen scheint. Ein Kammerspiel entwickelt sich zwischen den beiden Frauen, das zwischen möglicher Realität Mutter – Tochter und Absurdistan hin und her pendelt. Als Ambiente dient eine düstere Villa. Leonora spielt zunächst zum Schein mit und wird zu Mrs. Engelhardt, merkt aber bald, dass sie in Cenci eine Ersatzform für ihr totes Kind findet. Zwei Tanten tauchen auf und klauen wie die Raben, was Leonora nicht entgangen ist. Die Dramatik nimmt weiter zu als Onkel Albert (Robert Mitchum) Cencis Stiefvater auftaucht. Er durchschaut nicht nur Leonora, sondern tut das, was er immer schon getan hat, er schläft mit Cenci, die darauf eine Schwangerschaft vortäuscht. Doch das Kissen samt Puppe unter ihrer Bluse entreißt ihr Leonora. Cenci hat einen Schub, sieht klar und wirft Leonora aus der Villa. Sie erkennt ihre Einsamkeit und scheidet aus dem Leben. Als sich Albert und Leonora an Cencis Sarg begegnen, ersticht sie ihn. Er hätte durch sein Wissen alles gefährden können.
Den treffenden deutschen Titel unterstreicht Leonora mit dem Abgesang durch das Märchen der beiden Mäuse, die in einen Sahnetopf gefallen sind…Eine war ein Optimist, eine ein Pessimist.
Ein fantastisches Arthouse voller Dramatik und anrührender Menschlichkeit. Dabei ist es ein Kampf ums Überleben, der gar nicht mal so weit weg von der Realität angesiedelt ist.

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