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Der letzte König von Schottland - In den Fängen der Macht

Der letzte König von Schottland - In den Fängen der Macht
Bewertung:
Humor: 20%20%
Action: 40%40%
Spannung: 70%70%
Erotik: 20%20%
Anspruch: 80%80%
Gesamtbewertung:
Sehenswert!
Sehenswert!

OT: The Last King Of Scotland
Historien-Drama
Großbritannien 2006
Regie: Kevin Macdonald
Buch: Jeremy Brock, Peter Morgan, Joe Penhall, Giles Foden (Roman: Der letzte König von Schottland)
Musik: Alex Heffes
Produzent: Lisa Bryer, Andrea Calderwood, Christine Ruppert, Charles Steel
Darsteller: Forest Whitaker, Simon McBurney, Gillian Anderson, Adam Kotz, James McAvoy, David Oyelowo, Kerry Washington

Kinostart: 15.03.2007
Homepage/Trailer

Kurzinhalt:
Der junge schottische Arzt Nicholas Garrigan (James McAvoy) ist in Uganda am Ziel seiner Wünsche angelangt: Eine fremde Kultur und die Möglichkeit, das Gesundheitssystem mit aufzubauen, wecken seine Abenteuerlust. Unerwartet wird er zu einem Verkehrsunfall gerufen, in den der Staatspräsident Idi Amin (Forest Whitaker) verwickelt ist. Schnell steigt er zu dessen Leibarzt auf und gehört bald zum Kreis der engsten Vertrauten. Verwöhnt und vom Luxus berauscht, übersieht Garrigan zunächst die Gräueltaten, die um ihn herum geschehen. Als er dann doch endlich Stellung bezieht, ist es beinahe schon zu spät. Und obendrein wendet der Diktator sich gegen seinen einstigen Schützling ...

Der letzte König von Schottland - In den Fängen der Macht (DVD)
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📝 Rezension geschrieben von 8martin

Idi mag Schottland

Der Titel ist wohl eher mit einem Augenzwinkern zu verstehen, der Inhalt weniger. Wer der letzte König von Schottland war, darüber streiten sich die Gelehrten. Je nach theoretischem Ansatz: Realunion oder Personalunion. Sagen wir frühes 18. Jahrhundert. Vielleicht war es sogar eine Frau.
Hier geht es aber um Idi Amin, den Diktator von Uganda, der in diesem Staat in den 70er Jahren sein Unwesen getrieben hat. Kevin Macdonald hat keine Doku gemacht, nur eine an Tatsachen orientierte Handlung geschildert. Am Ende sehen wir ein Bild vom echten Idi Amin. Forest Whitaker in der Titelrolle, nach Ghost Dog sein bester Film, gelingt der Spagat zwischen Freundlichkeit und Drohung, Ein Machtmensch, der sogar einen gewissen Charme ausstrahlt, aber gleichzeitig immer unberechenbar bleibt und latent gefährlich. Man kann den Cäsarenwahn erahnen.
Sein Gegenspieler, der schottische Arzt Dr. Garrigan (James McAvoy), ist zunächst von ihm angetan. Erst nach und nach erkennt er, wie gefährlich dieser Massenmörder ist. Er ist ein autoritärer Chaot, sprunghaft und dabei etwas kindisch. So menschlich großartig der Doc auch ist, sein Gehirn ist an seinen Hoden angewachsen. Er schwängert Idis Frau Kay (Kerry Washington). Dafür muss er schmerzlich bezahlen. Die gelungene Parallelität von Ereignissen wie Pressekonferenz und Folterszenen macht den Film sogar spannend und erschreckend zugleich. Idi Amin war nicht der letzte König von Schottland, sondern der letzte Metzger von Uganda.

📝 Rezension geschrieben von DerPsycho

Forest Whitaker verkörpert den Diktator Amin wirklich sehr beeindruckend und vielschichtig. Es ist spannend und interessant, ihm dabei zuzusehen. Meinetwegen hätte der Film auch noch tiefer in die Psyche dieses Mannes eintauchen dürfen. James McAvoy bleibt dagegen eher blass und kann seine Naivität und anfangs große Faszination für den Präsidenten nur teilweise überzeugend darstellen.
Hätte wie gesagt noch eine Ebene tiefer gehen können, ist aber dennoch ein sehr zu empfehlende Film!

📝 Rezension geschrieben von GM00156

Nachdem ich den Film gestern gesehen habe, haften noch immer Eindrücke fest.
Man kann sich dem Film und besonders den Charme von Idi Amin Darsteller Forest Whitaker nur schwer entziehen. Egal wie grausig eine Szene gerade ist, oder wie bedrohlich und manchmal wirklich angsteinflößend er schaut - wenn er gleich darauf lacht, kann man ihm nicht böse sein.

Meine erste Freude galt der Tatsache, dass Gillian Anderson mal wieder auf der Leinwand präsent war.

Der Film beginnt im dunklen, grauen Schottland in einer biederen Familie und urplötzlich wird man aus dieser Tristesse in das bunte, laute und fröhliche Uganda geworfen.

James McAvoy spielt den jungen Arzt Dr. Nicholas Garrigan sehr überzeugend, mit Idealen, dem Drang nach Abenteuer und Spass und trotzdem dem nötigen Verantwortungsbewusstsein. Anfangs hilft er Amin noch, sein System zu erhalten, wendet sich dann aber gegen ihn.

Gillian Anderson spielt die Ärztin Sarah mit der nötigen Distanz zum Elend, hat sich aber bis heute ihre doch etwas eintönige Mimik beibehalten.

Simon McBurney, noch bekannt aus "Kafka", "Der Manchurian Kadidat" und "Friends with money", kann man in seiner Rolle schwer einschätzen. Typisch Diplomat, würde ich sagen, erst freundlich, zeigt er dann sein wahres Gesicht. Ob dieses Gesicht aber böse ist oder sein Verhalten verständlich gegenüber der Situation bleibt jedem selbst überlassen.

Den Sicherheitschef von Amin ist wirklich angsteinflößend. Die wenigen seiner Auftritte reichen aus, um einen Eindruck über die damaligen, und vielleicht noch heute herrschenden Verhältnisse in Uganda und Afrika an sich, zu bekommen.

Forest Whitaker hat den Oscar für diesen Film wirklich verdient gewonnen!!!
Er findet genau den richtigen Spagat zwischen dem Menschen Amin und dem Diktator Amin. Der Mensch hat genauso seine Fehler und privaten/gesundheitlichen Probleme wie der Diktator grausam ist. Amin wird als ein Mensch gezeigt, der sich die Vorschläge seiner Berater anhörte, sie aber nicht blind befolgte, sondern sich überzeugen lassen wollte und musste. Wenn es aber hart auf hart ging, folgte er den Ratschlägen - ob man dies als Marionette bezeichnen kann? Um diese Aussage hinsichtlich Amin zu tätigen, fehlt sowohl das geschichtliche als auch das interne Wissen, was die damaligen Zustände in Uganda betraf.

Die langsame Wendung des Ganzen ist absolut beindruckend. Anfangs noch farbenfroh, wird der Film nach und nach auch die Bilder betreffend dunkler. Die bunten Farben weichen dunkleren, fast finsteren (Farb-) Tönen.

Alles in allem: dieser Film ist absolut sehenswert.

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