The-Fan.Net LOGO

Die Reifeprüfung

Die Reifeprüfung
Bewertung:
86. Platz in der Top 100 Film-Liste (Platz 86)
Humor: 61%61%
Action: 25%25%
Spannung: 52%52%
Erotik: 45%45%
Anspruch: 71%71%
Gesamtbewertung:
Sehr gut!
Sehr gut!

OT: The Graduate
Komödie
USA 1967
Regie: Mike Nichols (1)
Buch: Calder Willingham, Buck Henry
Musik: Dave Grusin, Paul Simon
Produzent: Mike Nichols (1), Lawrence Turman
Darsteller: Dustin Hoffman, Anne Bancroft, Katharine Ross, Murray Hamilton, William Daniels, Elizabeth Wilson, Brian Avery, Walter Brooke, Norman Fell, Alice Ghostley, Buck Henry, Marion Lorne


Kurzinhalt:
Als Ben das College beendet hat und wieder nach Hause zurückkommt, veranstalten seine Eltern zur Begrüßung eine große Party. Mrs. Robinson, die attraktive und charmante Nachbarin, findet Gefallen an Ben und bittet ihn, sie nach Hause zu bringen. Der eher schüchterne Junge reizt sie sehr und sie beabsichtigt, ihn zu verführen. Doch ihr Ehemann kommt früher als angekündigt nach Hause, und so wird aus ihrem Plan vorerst nichts. Aber so leicht gibt Mrs. Robinson nicht auf, und sie und Ben beginnen kurz darauf eine leidenschaftliche Affäre. Eines Tages lernt Ben Mrs. Robinsons Tochter Elaine kennen. Dies hat Folgen, denn Elaine und Ben verlieben sich ineinander... und Mrs. Robinson wird zu einer eifersüchtigen Furie...


Die Reifeprüfung
mehr info hier



📝 Rezension geschrieben von 8martin

Der Klassiker

Ein Klassiker, den jeder kennt und auch fast jeder mag. Ein gewagtes Thema für die 60er Jahre: reife, verheiratete Frau, die songmäßig hochgejazzte Mrs. Robinson (Anne Bancroft) verführt Studenten Benjamin (Dustin Hoffman). Doch die Musik zum Film von Simon & Garfunkel war für die Ewigkeit. Die beiden Darsteller waren überaus überzeugend: die reife, gelangweilte Mrs. Robinson ist grandios neben dem unbeholfenen, jungen Burschen, der gar nicht so genau weiß, wie ihm da geschieht. Und wie er das dann zu einem glücklichen Ende bringt und seine Elaine (Katherine Ross) vom Traualtar weg in einen Bus entführt ist unvergesslich. So ein gelungenes Happy End muss man einfach mögen. Benjamin auf der Kirchenempore brüllt unentwegt ‘Elaine!!‘ Und wie er dann die Kirchentür blockiert…
Es wäre kein echter Mike Nichols-Film, wäre da nicht auch noch eine gehörige Portion Sozialkritik mit im Spiel.
Die Dramatik kommt vom Plot her, der moralische Erpressung mit Drang nach Unabhängigkeit und Selbstständigkeit verbindet.
Unter anderem ist Benjamins Sicht der Welt aus der Taucherbrille ebenso eindrucksvoll wie der Striptease zur Demütigung von Elaine mit den kreisenden Propellern an den Brüsten der Tänzerin direkt über ihrem Kopf. Sie weint still.
Für den Newcomer war das damals der verdiente Durchbruch. Der Score und das Plakat (mit hineinragendem Strumpfbein!) sind inzwischen feste Bestandteile der westlichen Kulturgeschichte.
In mehrfacher Hinsicht gelungen.

📝 Rezension geschrieben von Taxi Driver Fan

Letztens wieder angeschaut und der Film wird immer besser. Es gibt einige Klassiker die Staub ansetzen in Dialog, Charaktere, Stil, Montage und Story aber dieser hier wirkt frischer und lebendiger als vieles was heutzutage so gemacht wird und dabei sind schon über 40 Jahre vergangen seitdem dieser Film Premiere feierte.
Der Film mag zwar kein Skandal mehr hervorrufen mit seinen Beziehungsgeflechten, da bieten Soap-Operas seit langem dramatischere Konstellationen aber die Art und Weise wie sie dargestellt wird ist einfach visionär. Nichols vermischt hier den klassischen Hollywood-Stil mit Brüchen in Montage und der für damalige Verhältnisse gewagten Story. Es geht um Themen die nie alt werden Entscheidungen treffen, erwachsen werden, Beziehungen führen und die Angst und Ungewissheit für die Zukunft.
Dustin Hoffman brilliert in seiner Debütrolle und man zweifelt nicht an Benjamin Braddock's Entwicklung von einem schüchternem jungen Kerl zu einem entschlosseneren jungen Mann. Bancroft mit ihrer kühlen Erotik und Ross mit ihrer süßen Leidenschaft stehen dem in nichts nach.
Die Schlusseinstellung ist wohl das grandioseste überhaupt, die Euphorie entschwindet aus den Gesichtern dieser impulsiven jungen Menschen und wird zu Ratlosigkeit.
Ein Film den man sich nicht oft genug anschauen kann.

📝 Rezension geschrieben von HunterAdams

obwohl ich "die reifeprüfung" bestimmt mehr als zehnmal (grobe schätzung) gesehen habe und immer noch jedes mal hängen bleibe, wenn ich beim zappen darüber stolpere, entdecke ich fast jedes mal ein oder zwei neue details, die mir bisher entgangen waren.

der film repräsentiert nicht nur das lebensgefühl der späten 1960er jahre, sondern auch einen zeitabschnitt im leben vieler jugendlicher. deshalb ist er bis heute aktuell geblieben. wer könnte sich nicht mit benjamin identifizieren, als dieser den aufdringlichen fragen seiner verwandten zu entkommen versucht und einfach nur seine ruhe will?

technisch gesehen ist der film beinahe makellos. man denke nur an unvergessliche einstellungen wie die anfangssequenz auf dem fahrsteig oder die berühmte "schenkel-perspektive". darüber hinaus enthält "die reifeprüfung" einen der schönsten match-cuts der filmgeschichte (ben setzt zum sprung auf eine luftmatraze an und landet auf mrs. robinson). obwohl die darsteller meist sehr natürlich wirken (was vielleicht auf die unerfahrenheit von hoffmann und ross zurückzuführen ist), setzt der film mitunter auch auf plakative effekte, sofern es nötig erscheint (z.b. die verzerrten grimassen des bräutigams und der brauteltern in der kirchenszene).

bei einer rezension darf der bekannte soundtrack natürlich nicht außen vor bleiben, wobei ich diesbezüglich leider sagen muss, dass die songs von simon und garfunkel dem film ein stück seiner zeitlosigkeit nehmen. sie sind meiner meinung nach schlechter gealtert als die bilder und die dialoge. vielleicht habe ich die musik aber einfach nur zu oft gehört...

was ich an "die reifeprüfung" jedoch am meisten schätze, ist der großartige humor. er kommt nicht mit dem holzhammer und ist dennoch in beinahe jeder szene spürbar. der film macht sich über seine charaktere nicht lustig oder zieht sie ins lächerliche; sie selbst sind es, die sich durch ihr verhalten lächerlich machen. sie zeigen menschliche schwächen, in denen wir uns wiedererkennen und die uns deshalb furchtbar komisch erscheinen (als paradebeispiel dürfen die hotelszenen gelten). das macht den film so liebenswert.

📝 Rezension geschrieben von gahbala

Dustin Hoffman spielt in seiner ersten großen Filmrolle Ben, einen Musterschüler mit Zukunftsängsten der extreme Probleme mit dem weiblichen Geschlecht hat.
Anne Bancroft ist Mrs. Robinson, eine von der Liebe enttäuschte Mitvierzigerin die großes Interesse daran hat Ben in die Welt der erwachsenen einzuführen.
Auch wenn sich Ben anfangs noch dagegen sträubt sich von einer Freundin seiner Mutter verführen zu lassen findet er sich doch bald in einem Hotezimmer wieder, an seiner Seite Mrs. Robinson. Gemeinsam verbringen sie viele Nächte hier.
Von seinen Eltern gezwungen verabredet er sich mit Elaine, der Tochter von Mrs. Robinson. Zuerst noch wenig begeistert von dieser Idee, hat er doch Mrs. Robinson versprochen das es nie zu einer Verabredung kommt, verliebt er sich in Elaine und Elaine verliebt sich in Ben. Eine Beziehung die Mrs. Robinson nicht dulden will. Sie erzählt Elaine die Wahrheit über ihren neuen Freund, die daraufhin nichts mehr mit ihm zu tun haben will.
Ben versucht von nun an alles um seine Liebe zurück zu erobern.

Viel zu oft werden Filme aus vergangenen Tagen als wahre Klassiker bezeichnet, egal um welchen billigen Schinken es sich dabei handelt.
Im Fall von "Die Reifeprüfung" ist die Bezeichnung "klassiker" aber mehr als gerechtertigt. Dieser Film wurde in den vergangenen 35 Jahren von sovielen anderen Filmen zitiert, so oft persifliert das viele Menschen glauben den Film zu kennen ohne ihn je selbst gesehen zu haben. (z.B. diese neue Autowerbung in der Dustin Hoffman die Hochzeit seiner Tochter verhindert! )
Neben den absolut großartigen Darstellern und der absolut bahnbrechenden Regie von Mike Nichols (1) (seiner Zeit weit voraus, man nehme nur mal die Aufnahme mit dem Taucheranzug) trägt die Musik von Simon and Garfunkel zum enormen Kultfaktor der Reifeprüfung bei. Sound of Silence und Mrs. Robinson sind zu absoluten Welthits geworden, völlig zu Recht!

Ein großariger Film! Ich kann es nicht anders sagen.

Die DVD bietet ein, wenn man das Alter des Films bedenkt, tolles Bild, ordentlichen Ton (während der Musik rauscht es doch manchmal gewaltig) und schöne Extras. Neben dem Trailer und einer Fotogallerie ist ein 25 Minuten langer Rückblick auf die Entstehung des Films und ein Interview mit Dustin Hoffman, der einige sehr lustige Anekdoten vom Dreh zu erzählen hat!

Alle Forum-Beiträge zu diesem Thema anzeigen (Forumseite im neuen Fenster!)


📝 Dein Kommentar zu diesem Thema!

Name: (max. 20 Zeichen!)

Überschrift: (Optional!)

(max. 2000 Zeichen) verbleibende Zeichen:



Film bewerten?









Filmzitate aus "Die Reifeprüfung"

💬 "Ich finde, dass Sie von allen Freundinnen meiner Mutter die Attraktivste sind."

💬 "Brauchen Sie keinen Benzin, Reverend?"


Noch mehr Filmzitate