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Die letzte Versuchung Christi

Die letzte Versuchung Christi
Bewertung:
100. Platz in der Top 100 Film-Liste (Platz 100)
Humor: 3%3%
Action: 30%30%
Spannung: 61%61%
Erotik: 18%18%
Anspruch: 92%92%
Gesamtbewertung:
Sehr gut!
Sehr gut!

OT: The Last Temptation of Christ
Melodram
USA 1988
Regie: Martin Scorsese
Buch: Paul Schrader, Nikos Kazantzakis (Roman)
Musik: Peter Gabriel
Produzent: Barbara De Fina
Darsteller: Willem Dafoe, Harvey Keitel, Paul Greco, Steve Shill, Verna Bloom, Barbara Hershey, Irvin Kershner, Harry Dean Stanton, David Bowie, Illeana Douglas


Kurzinhalt:
Der Zimmermann Jesus (Willem Dafoe) spürt den göttlichen Auftrag, sich für die Menschheit aufzuopfern. Um sein Werk zu tun, muss er der Liebe zu Maria Magdalena entsagen. Er bittet sie um Vergebung, bevor er sie für immer verlassen will.

Die Verfilmung des Romans von Nikos Kazantzakis über die letzten Stunden von Jesus Christus mit Spitzenbesetzung (William Dafoe und Barbara Hershey).

"Das Interessante am Roman von Kazantzakis ist die Tatsache, dass Jesus zunächst als ein Mensch geschildert wird, und deshalb erfährt und versteht er an einem gewissen Punkt den Verlust, die Sehnsucht und andere Gefühle und Schwächen, die als rein menschlich empfunden werden... Bei Kazantzakis kämpft Jesus mit seinem menschlichen Naturell, während er mit Gott einig wird. Wegen der zwei Seelen in ihm, der menschlichen und der göttlichen, ist jeder Augenblick seines Lebens Konflikt und Sieg" - Martin Scorcese

Die letzte Versuchung Christi (DVD)
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📝 Rezension geschrieben von 8martin

Jesus als Familienvater

Eines darf man nie vergessen, es ist eine Romanverfilmung (Nikos Kazantzakis) und nicht der übliche Sandalenfilm aus der Antike, der das Alte Testament ins Bild rückt. Und er handelt doch von der Passion Christi. Die Szenen, die wir alle seit Kindertagen kennen sind auch nicht der Stein des Anstoßes gewesen, der militante katholische Demonstranten Ende der 80er Jahre vor die Kinoeingänge trieb, um den Eingang zu blockieren. Es ist ein Gedankenspiel am Ende des Films, das die Ursache für den Skandal war: Jesus (Willem Dafoe) wird von einem Schutzengel (Juliette Caton) vom Kreuz abgenommen, mit der sündigen Hure Magdalena (Barbara Hershey) vermählt und bekommt Kinder. Blasphemie! Teufelswerk! schmähten die Aufgebrachten damals. Es lag eine Scheiterhaufenatmosphäre in der Luft. Zugegeben man sah noch nie Jesus mit einer Frau im Bett Liebe machen – und seitdem auch nie wieder.
Die Gegner übersahen völlig, dass sich Jesus mit Judas (Harvey Keitel) ausgiebige Wortgefechte lieferte, der ihn noch auf seinem Totenbett als Feigling bezeichnet, der seine Mission nicht erfüllt habe. Konsequent weiter gedacht würde das nämlich bedeuten: kein Opfer, keine Erlösung. Das wäre der wahre Skandal gewesen: eine Religion ohne Erlösung!? Doch dazu kommt es ja nicht. Jesus muss zurück ans Kreuz und lachend verkünden ‘Es ist vollbracht!‘ Manche Szenen können den gottlosen Zuschauer an ‘Das Leben des Brian‘ erinnern. Da hat sich in den letzten drei Jahrzehnten ganz schön was im Bewusstsein verändert. Und dann lässt Martin Scorsese die letzten Bilder über die Leinwand flackern, die sie aussehen, als sei die Filmrolle aus Zelluloid durchgeschmort. Vielleicht ein Hinweis, dass das alles nicht wirklich stattgefunden hat!?

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