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Ein Affe im Winter

Ein Affe im Winter
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OT: Un singe en hiver
Komödie, Drama
Frankreich 1962
Regie: Henri Verneuil
Buch: Michel Audiard, Antoine Blondin, François Boyer
Musik: Michel Magne
Produzent: Jacques Bar
Darsteller: Jean Gabin, Jean-Paul Belmondo, Suzanne Flon, Gabrielle Dorziat, Hella Petri, Marcelle Arnold, Charles Bouillaud, Anne-Marie Coffinet, André Dalibert, Hélène Dieudonné


Kurzinhalt:
Juni 1944, Tigreville, ein kleines Urlaubsörtchen an der normannischen Küste: Hotelbesitzer Albert Quentin träumt sich wie jeden Abend in weite Ferne. Im Alkoholrausch reist er zurück in seine Vergangenheit und durchlebt wieder einmal in Gedanken die großen Abenteuer, die er einst als Quartiermeister des französischen Expeditionskorps in China erlebte. Doch das Besäufnis wird jäh unterbrochen, als das Örtchen plötzlich von den Alliierten bombardiert wird. Albert verspricht seiner Frau Suzanne hoch und heilig, dem Alkohol abzuschwören, sollten die beiden diese Nacht überleben. Gesagt, getan.

Jahre später steigt der junge Werbeagent Gabriel Fouquet im Hotel der Quentins ab, um seine kleine Tochter Marie im Mädchenpensionat zu besuchen. Genau wie einst Albert, lässt der Trinker im Rausch die Vergangenheit aufblühen: Er träumt von Spanien und seiner ehemals glücklichen Ehe. Albert fühlt sich dem jungen Träumer verbunden und greift aus Sehnsucht nach seinen großen Taten in China schließlich auch wieder zur Flasche. Nach einem denkwürdigen Trinkgelage stellen die beiden Männer ganz Tigreville auf den Kopf...

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📝 geschrieben von 8martin

Gabriel & Albert
Es beginnt mit der Bombardierung von Tigreville durch deutsche Flugzeuge und endet in einem Feuerwerk. Doch es ist keine Groteske, sondern eher eine melodramatische Komödie. Nichts zum Schenkelklopfen, keine Brüller, aber ein absonderlicher Titel, den der letzte Satz im Abspann so erklärt ‘Und der Mann begab sich in einen langen Winter.‘ So gesehen könnte man meinen, der Mann ist der Affe und der Winter das Leben. Irgendetwas machen die Chinesen mit den Affen im Winter. Ist das etwa das was die beiden mit Gabriels Tochter Maire machen? Damit kann man auch nicht viel anfangen…
Die Ehe des inzwischen trockenen Schluckspechts Albert Quentin (Jean Gabin) ist kalt wie der Nordpol, worunter besonders seine Frau Suzanne (Suzanne Flon) leidet. Wenn Albert dann doch eine Sause mit dem jungen Gabriel (Jean-Paul Belmondo) macht, sprengen die beiden alle komödiantischen Grenzen. (‘Besoffen sterben, heißt aufrecht sterben!‘)Wann singen die beiden schon mal und torkeln durch die Dünen? Ebenso ungewöhnlich Gabriels Flamenco auf dem Tisch oder sein Stierkampf mit vorbeifahrenden Autos. Vieles wird nur angedeutet. Das tut dem Charme des Films keinen Abbruch, es wirkt nur etwas langatmig. Man schaut den Helden zu, ohne zu wissen, wohin die Reise geht. Das offene Ende mit möglichen Perspektiven bleibt ein Buch mit mehr als sieben Siegeln.

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