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Eva und der Priester

Eva und der Priester
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OT: Léon Morin, prêtre
Gesellschaftsdrama
Frankreich/Italien 1961
Regie: Jean-Pierre Melville
Buch: Jean-Pierre Melville, Béatrix Beck (Roman: Leon Morin, Priester)
Musik: Martial Solal
Produzent: Georges de Beauregard, Carlo Ponti
Darsteller: Jean-Paul Belmondo, Emmanuelle Riva, Irène Tunc, Nicole Mirel, Gisèle Grimm, Marco BMonique Bertho, Marc Eyraud, Nina Grégoire, Volker Schlöndorff


Kurzinhalt:
Die junge Pariserin Barny landet während der Besatzungszeit mit ihrer Tochter in einem Provinzstädtchen. Dort trifft die überzeugte Kommunistin und Atheistin auf den katholischen Priester Leon Morin. Durch seine Lebensweise und seine Überzeugungskraft möchte er sie zur Rückkehr zum Glauben bewegen. Schließlich verliebt sich Barny in Leon und hofft darauf, dass ein letztes Gespräch die ersehnte Klärung bringen wird.

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📝 geschrieben von 8martin

Der Unnahbare
Ein zutiefst religiöser Film, der die Ränder des katholischen Fundamentalismus ausleuchtet. Im besetzten Frankreich liefern sich Eva, genannt Barny, eine junge Mutter (Emmanuelle Riva) und ein gleichaltriger Pfarrer Abbé Morin (Jean-Paul Belmondo) ein Psychoduell. Und es geht dabei nicht nur um Glaubensfragen. Barny, eine Halbjüdin, betritt den Beichtstuhl und als Gag demonstriert sie dem Abbé ihre geistige Heimat, indem sie sagt ‘Religion ist Opium fürs Volk‘. Häufigere Treffen folgen, Diskussionen drehen sich nicht nur um Gott und die Welt und um Hochmut und Vergebung. Es ist klar, dass der Abbé gewinnend und unbekümmert ist, nie Avancen macht. Er versorgt sie mit Literatur wie z.B. “Traditioneller Dogmatismus und empirischer Kritizismus“. Barny verläuft sich in eine imaginäre Verführung, die in einem Kuss im Traum eine Erfüllung findet. Ihre fleischlichen Gelüste beichtet sie sogar. Dem Wandel von der Kommunistin zur Katholikin haftet etwas Zwanghaftes an, wogegen Barny machtlos zu sein scheint. Sie entdeckt an sich sogar eine lesbische Ader, wenn sie die Kollegin (Monique Bertho) sieht.
Andere Frauen (z.B. Irène Tunc, Nicole Mirel) umschwärmen den gutaussehenden Priester, die eindeutig mehr von ihm wollen. Barny zerbricht an der unerfüllten Liebe. Morin geht in die Mission und Barny nach Paris. Ihre Frage, ob er sie heiraten würde, wenn er ein protestantischer Pfarrer wäre, bleibt unbeantwortet. Sie ist, wie Morin sagt, ‘ein morscher Ast‘. Und was tut man wohl damit?
Der Krieg ist hier von marginaler Bedeutung (gelegentliche Gewehrsalven, Deportationen, entfernte Straßenkontrollen). In Melvilles einzigem religiösem Film sehen wir Belmondo als einen sanften, furchtbar netten Priester, der trotz all seiner sympathischen Verhaltensweise stets unnahbar bleibt. Der Unerbittlichkeit des Zölibats fallen Menschen zum Opfer und zwar auf beiden Seiten.
Wenn Arthouse eine Gebäudeform wäre, ist der Film eine Kapelle.

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