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Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins

Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
Bewertung:
Humor: 10%10%
Action: 20%20%
Spannung: 23%23%
Erotik: 50%50%
Anspruch: 63%63%
Gesamtbewertung:
Sehenswert!
Sehenswert!

OT: The Unbearable Lightness of Being
Literaturverfilmung/Erotik-Drama
USA 1988
Regie: Philip Kaufman
Buch:Jean-Claude Carrière, Philip Kaufman
Musik: Leos Janácek, Mark Adler, Ludwig van Beethoven
Produzent: Saul Zaentz
Darsteller: Daniel Day-Lewis, Juliette Binoche, Lena Olin, Derek de Lint, Erland Josephson, Daniel Olbrychski, Pavel Landowski, Stellan Skarsgård, Donald Moffat, Pavel Levandovsky, Tomek Bork.


Kurzinhalt:
Daniel Day-Lewis spielt Tomas, den vergnügten und unverantwortlichen tschechischen Liebhaber aus Milan Kunderas Bestseller. Die Geschichte spielt in Prag, kurz vor und während des russischen Einmarsches 1968. Lena Olin und Juliette Binoche verkörpern die beiden absolut gegensätzlichen Frauen, die seine Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen und die in gewisser Weise verschiedene Seiten seiner Werte und Persönlichkeit repräsentieren. Auf jeden Fall hat die Entscheidung von Tomas, mit der einen vor den russischen Panzern zu fliehen -- und dann zurückzukehren --, tiefgreifende Konsequenzen für sein Leben.

Unter der Regie von Philip Kaufman wird diese reiche, erotische und faszinierende Charakterstudie mit allegorischen Zwischentönen zu einem Prüfstein für den Filmfreund. Einige Schlüsselsequenzen -- wie die, in der Lena Olin einen Bowler trägt und sich sehr reizvoll bewegt -- bleiben im Gedächtnis, während Kaufmans sicheres Gespür für die Geschichte Garant für die überragende schauspielerische Leistung aller Beteiligten ist.

Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins (Premium Edition, 2 DVDs)
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📝 Rezension geschrieben von 8martin

Ein schönes Leben???

Allein der Titel enthält in seinem ambivalenten Antagonismus Stoff genug für ein philosophisches Seminar. Das Leben könnte so leicht sein. Beschwingt verfolgen die drei Hauptfiguren ihre hedonistischen Ziele und es entsteht ein Dreiecksverhältnis, das durch den Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in Prag heftig durcheinandergewirbelt wird. Damit bekommt die Geschichte eine feste zeitliche Einordnung. Das Geniale daran ist die wechselseitige Beeinflussung von Liebesbeziehungen und politischen Verhältnissen. Im dritten Teil sehen wir zwei Protagonisten wieder nach Flucht und Rückkehr in die CSSR bei ihrer Auseinandersetzung mit den wiedererstarkten Altkommunisten. Der unpolitische Womanizer und Chirurg Thomas (Daniel Day-Lewis) wird nicht zum politischen Wendehals dafür aber menschlich reifer. Fast ebenso ergeht es seiner Ehefrau Theresa (Juliette Binoche). Die Szene, in der sie und die Dritte im Bunde (Lena Olin) sich gegenseitig nackt fotografieren ist eine der schauspielerischen und dramaturgischen Highlights des Films. Es knistert zwischen beiden, die eigentlich Rivalinnen sind. Zuvor kommt der böhmische Charme zum Einsatz. Selten gab es eine lustigere Trauung!
Nach mehreren überraschenden Wendungen kommt der Schocker am Schluss. Es ist nichts für Happy End Fetischisten. Und es ist nicht nur so, dass das, was erzählt wird, unter die Haut geht, sonder auch wie es erzählt wird. Im ach so leichten Leben mit vielen Höhen gibt es halt auch unerträgliche Tiefen. So ist halt das Leben. Kongenial von Regisseur Kaufman und Romanautor Kundera. Spannend, berührend, meisterhaft!

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