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American History X

American History X
Bewertung:
Humor: 8%8%
Action: 43%43%
Spannung: 69%69%
Erotik: 10%10%
Anspruch: 79%79%
Gesamtbewertung:
Sehr gut!
Sehr gut!

OT: American History X
Drama
USA 1998
Regie: Tony Kaye
Buch: David McKenna
Musik: Anne Dudley, William Steffe
Produzent: Bill Carraro...
Darsteller: Edward Norton, Edward Furlong, Beverly D'Angelo, Jennifer Lien, Fairuza Balk, Ethan Suplee, Avery Brooks, Elliott Gould, Stacy Keach, William Russ


Kurzinhalt:
Sie können Edward Norton wahrscheinlich kein größeres Kompliment machen, als ihm zu erzählen, dass seine schauspielerische Leistung in American History X (für die er eine Oscar-Nominierung bekam) Sie fast davon überzeugt hat, dass in der Theorie der "Überlegenheit der weißen Rasse" ein Funke Logik steckt. Diese Aussage schockiert Sie nicht? Das sollte sie aber. Norton lebt seine Rolle als rechtsradikaler Skinhead dermaßen, dass dessen gewandte Verteidigung des Rassismus geradezu beunruhigend überzeugend wirkt -- zumindest oberflächlich gesehen. Derek Vinyard (Norton), eine brutale Erscheinung mit seiner Hakenkreuztätowierung und voll des Hasses, hat seine rassistische Einstellung von seinem Vater übernommen. Sie verstärkt sich noch, als er in den Dienst eines gewissen Cameron (Stacy Keach) tritt, einem erwachsenen Schlägertyp, der sich in einer immer größer werdenden Bande von Teenagern in Venice Beach, Kalifornien, die alle nach einer Ideologie hungern, die ihrer sich abzeichnenden Entfremdung Nahrung gibt, als Tyrann und Lehrer aufspielt.

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📝 Rezension geschrieben von 8martin

Ex-Fascho

Ein starker Film, der Gewalt zeigt, ohne sie zu verherrlichen, auch wenn sich die Spirale offensichtlich immer weiter zu drehen scheint. So gibt es am Ende nur Frust und Tränen. Doch zuvor sehen wir, wie man aus der rechten Ecke rauskommen kann. Eine Mischung aus schmerzlichen Erfahrungen und wenigen Menschen, die einem den Weg vorgeben. Aber das alles gelingt nicht, wenn man nicht wie Derek gründlich nachdenkt, seine Ansichten offen überprüft und die Sackgasse erkennt. Ein großartiger Edward Norton überzeugt sowohl beim Weg in den Faschismus als auch beim Weg wieder hinaus. Mittendrin gibt es jede Menge häuslicher Gewalt in voller Emotionalität als Fortsetzung einer Diskussion am Familientisch. Auch ein Kennzeichen rechter Ideologien. Wenn das Wort nicht überzeugt, schafft das die Faust. Erst gegen Ende wird der Vater entzaubert, obwohl er dem Sohn durch seinen Tod als Vorwand gedient hatte, gegen Nigger vorzugehen. Rassismus wurzelt im Elternhaus. Besonders intensiv ist die Darstellung der Beziehungen innerhalb der Restfamilie: unterschiedliche Geschwister und eine hilflose Mutter. Es braucht nicht viel an Vorstellungsvermögen, um die amerikanische Situation auf die Festung Europa zu übertragen. Insofern ein zeitloses Thema über Vorurteile, Rassismus, fehlgeleitete Jugendliche, über Ausgrenzung und Gewaltbereitschaft, aber auch, obwohl es Rückschläge geben kann, ein Plädoyer für eigenständiges Denken.

📝 Rezension geschrieben von Jimmy the Gent

Schockierender Film, der uns zeigt dass sich die Spirale des Hasses, wenn sie erst einmal durch Intoleranz in Gang gesetzt wurde, sich nicht mehr aufhört zu drehen. Das einzige Problem was ich mit diesem Film habe, mich aber nich von der Bestwertung abhalten kann, ist der Schluss: einige Zuschauer, die vielleicht die Intention anders interpretieren,


❗ Spoilerwarnung ❗
könnten sich durch den Mord des afroamerikanischen Schülers an Danny die ursprünglichen Thesen von Derek bestätigt sehen.....

könnten sich durch den Mord des afroamerikanischen Schülers an Danny die ursprünglichen Thesen von Derek bestätigt sehen..... "American History X" ist für mich ein modernes Meisterwerk, und zwar eines von der Sorte, dass auch mehrere Stunden nach dem Sehen des Filmes Spuren hinterlässt und mich sehr beschäftigt hat. Ausserdem zeigt der Film, wie Geschichte sich immer wiederholt: tumbe Bewegungen, vor allem faschistische, nutzen geschickt die Frustration der weniger gebildeten Leute, sprechen deren Emotionen an und bauen so ihre Organisation auf, die später auch die eigentlich intelligenteren Leute mitreisst


❗ Spoilerwarnung ❗
](man sieht das ganz gut in der Szene vor dem Supermarkt- Überfall, in der Derek auf die Glatzen einredet und der Kopf des Ganzen, Cammeron, im Auto hockt und die Arbeit machen lässt...)

Seit AHX bin ich Norton- Fan !!!

📝 Rezension geschrieben von DogSoldier

Edward Norton spielt wieder einmal grandios, die Wandlung vom "Nazi aus Berufung" zum Rechtextremismus-Gegner ist sehr glaubwürdig und das ist meiner Meinung nach äußerst schwierig darzustellen. Auch Edward Furlong spielt sehr gut und die beiden liefern ein harmonisches Zusammenspiel ab.
Der Film fesseld und bewegt, was bei diesem Thema immens wichtig ist.

📝 Rezension geschrieben von Daqs

Wow! Dieser Fllm versteht es, die richtigen Worte und Bilder zu finden um dieses gewagte Thema zu behandeln. Es gab schon viele Filme die die gleiche Message rüberbringen wollten, jedoch genau das Gegenteil bewirkten und den Rechtsextremissmus als positiv darstellten. American Historiy X ist jedoch ein Film der einen zum Nachdenken anregt und zugleich eine abschreckende wirkung hat. Also alle die gerne Anspuchsvolle Filme mit wichtiger Message sehen wollen sollten sich A. H. X unbedingt angucken

📝 Rezension geschrieben von Talita

Eine Einstellung in schwarz-weiß, leicht blau eingefärbt. Aus der Froschperspektive sehen wir Derek Vinyard, kahlrasiert, den Oberkörper mit einem Hakenkreuz tätowiert. Auf seinem Oberarm steht unter dem alten NS-Reichsadler "White Power". Entschlossen und breitschultrig steht er nachts auf der Straße, erhebt die stählernen Arme und läßt seine Waffe fallen. Er lächelt sogar, als die Polizei ihm Handschellen anlegt. Aus der Perspektive seines kleinen Bruders Danny sehen wir ihm zu, und man ertappt sich dabei, dieses Mannsbild ein bißchen zu bewundern: Nur hat Derek (Edward Norton) gerade eben nicht nur zwei Schwarze erschossen, sondern auch noch den Kopf von einem wehrlos am Boden Liegenden am Bordstein zertreten.
Dafür wird der Neonazi aus L.A. (nur) dreieinhalb Jahre bekommen, und sein kleiner Bruder (Edward "Terminator II" Furlong), der ihn bewundert wie einen Gott, tritt in seine Fußstapfen. Im Knast allerdings muß sich Derek damit auseinandersetzen, wie es ist, selber unterdrückte Minderheit zu sein - allmählich hält er nichts mehr von seiner braunen Ideologie. Als er komplett gewandelt entlassen wird, muß er jedoch feststellen, daß sein Bruder inzwischen angesehenes Mitglied seiner alten Neonazi-Gang geworden ist.

"American History X" ist durchaus nicht so tumb, wie nach Bekanntwerden der Handlung zu befürchten stand. Tony Kaye hat einen wirklich intelligenten Film gedreht, bei dem es weniger um das Phänomen Rechtsradikalismus als um Haß und Gewalt im Allgemeinen geht. Dabei kommt der Film ohne die üblichen Skinhead - Klischees aus. Derek ist ein hochintelligenter, charismatischer Kerl, und er sieht mit Glatze wesentlich besser aus als mit normalbürgerlicher Frisur. Auf diese Weise werden einem sämtliche Verführungen des Neo-Faschismus vorgesetzt - sei es äußerlich oder in der Gestalt der so vernünftigen Argumente des überzeugenden Obernazis Derek. Erst, wenn man ihn bei bestialischen Gewalttaten wie oben beschrieben beobachtet, wird es sonnenklar: Derek ist ein Monster, genauso wie seine bewundernden Freunde.

Penibel beleuchtet der Film, der überwiegend aus biographischen Rückblenden besteht, wie es dazu kommen konnte - und wie Vinyard dazu kam, seine rassistischen Einstellungen aufzugeben.

Dennoch ist "American History X" kein Film, den man zwingend jeder 15jährigen Glatze zeigen sollte. Dafür ist er zu intelligent, setzt beim Zuschauer zuviel eigenes Nachdenken und Vorwissen voraus. Gewisse rechte Phrasen, mit denen man zugebombt wird, bleiben unreflektiert im Raum stehen, werden im Laufe der Handlung nicht widerlegt. Darin liegt eine gewisse Brisanz, auch wegen der beschriebenen Leni-Riefenstahl-Ästhetik.

Edward Norton ist die große die Stärke von "American History X" - als Hauptdarsteller spielt er einfach nur genial, zaubert den Wechsel zwischen martialischer Manipulationsmaschine, zerbrochenem, heulendem Knacki und besonnenem großen Bruder mühelos. Er ist ganz klar das Zentrum des Films, selbst Edward Furlong verkommt zu einer bloßen Nebenrolle, wobei er aber auch nicht ganz überzeugend rüberkommt. Sehr bereichernd dagegen wirkt Chevy-Chase-Partnerin Beverly d´Angelo in ihrem Part als hilflose Mutter.

Einige von Edward Norton selbst verbockte Schwächen im Schnitt kann man ohne Probleme tolerieren - der Film trifft voll ins Schwarze. Angenehm überrascht und in der Hoffnung, daß die Message bei den richtigen Leuten ankommt, verabschiedet sich



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Filmzitate aus "American History X"

💬 "Komm mir nicht blöde, klar? Ich bin der gefährlichste Mann in diesem Gefängnis. Weißt du warum: Ich kontrolliere die Unterwäsche."

💬 "Haß ist Ballast. Das Leben ist zu kurz dafür, dass man immer wütend ist. Das ist es einfach nicht wert."

💬 "Ich glaube an Tod, Zerstörung, Chaos, Schmutz und Habgier."

💬 "- Jetzt spielen wir Schwarze gegen Weiße.
- Ja. Und um was spielen wir?
- Nich um Geld. Nich um Geld, um dieses Feld. Und nicht nur für heute, für immer."

💬 "Oh Gott, ich glaube du hast abgenommen. Ich krieg meine Arme beinah einmal ganz um dich herum."


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