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Baarìa - Eine italienische Familiengeschichte

Baarìa - Eine italienische Familiengeschichte
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OT: Baaria (2009)
Tragikomödie
Italien/Frankreich 2009
Regie: Giuseppe Tornatore
Buch: Giuseppe Tornatore
Musik: Ennio Morricone
Produzent: Tarak Ben Ammar, Marina Berlusconi
Darsteller: Francesco Scianna, Margareth Madè, Raoul Bova, Giorgio Faletti, Leo Gullotta, Nicole Grimaudo, Gabriele Lavia, Ángela Molina, Enrico Lo Verso, Nino Frassica, Aldo, Ficarra, Picone, Marcello Mazzarella, Luigi Lo Cascio, Beppe Fiorello, Michele Placido, Monica Bellucci

Kinostart: 29.04.2010
Homepage/Trailer

Kurzinhalt:
Sizilien, zu Beginn der 1930er Jahre. Peppino (Francesco Scianna), Sohn eines Schafhirten aus dem kleinen Städtchen Baarìa, ist ein lebenshungriger junger Mann voller großer Pläne. Doch immer wieder wird er Zeuge von sozialer Ungerechtigkeit und entdeckt bald sein Interesse an der Politik. Denn stets weiß der clevere Peppino aus der Not eine Tugend zu machen und sich voller Inbrunst gegen alle Widrigkeiten seines oft entbehrungsreichen Lebens zur Wehr zu setzen. Und dank seines unwiderstehlichen Charmes fällt es ihm leicht, auch andere für seine Ideale zu begeistern. Nach dem Krieg begegnet Peppino der schönen Mannina (Margareth Madè), der Frau seines Lebens, aber bei ihren Eltern stößt er als Kommunist auf Widerstand. Und auch seine ehrgeizige politische Karriere verläuft nicht ohne Turbulenzen. Doch Peppino und Mannina sind bereit, voller Leidenschaft gemeinsam für ihre Träume zu kämpfen…

Der neue Film von Giuseppe Tornatore ist eine bewegende Hommage an seine sizilianische Heimat und eine nostalgische, liebevolle Erinnerung an die Geschichte seiner eigenen Familie. Der Regisseur von CINEMA PARADISO, DIE LEGENDE VOM OZEANPIANISTEN und DER ZAUBER VON MALÈNA nimmt die Zuschauer mit auf eine poetisch-sinnliche Reise durch das 20. Jahrhundert und die sozialen und politischen Umwälzungen in einem sizilianischen Ort, durch den der Hauch der Geschichte weht.

Mit 35,000 Komparsen entstand in 25 Drehwochen ein imposantes Sittengemälde, das durch seine grandiosen Landschaftsaufnahmen die Zuschauer ebenso begeistern wird wie durch den tragikomischen Blick auf die Zeitläufe, die das Leben der Bewohner beeinflussen. Giuseppe Tornatores Generationenepos war der erste italienische Film seit 18 Jahren, der das renommierte Filmfest in Venedig eröffnen durfte. BAARÌA erwies sich landesweit in den Kinos als ein großer Publikumserfolg und wurde für den Golden Globe als bester fremdsprachiger Film nominiert.

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Diskussionsforum: (Die letzten Beiträge)

📝 geschrieben von 8martin

Das Tor des Windes
Mit dieser Familiensaga hat Tornatore seiner Heimat ein Denkmal gesetzt. Kein Wunder, dass die Atmosphäre der sizilianischen Provinz überzeugend vorgestellt wird. Wie in einem Kaleidoskop fügen sich die Szenen an einander und bilden ein Gesamtbild, in dessen Mittelpunkt Peppino (Francesco Scianna) und Mannina (Margareth Madè) stehen. (Olivenernte, Gutsherrnausbeutung, Fehlgeburt: ‘Die Eier waren schon im Korb zerbrochen‘, Agrarreform, Arbeitslosigkeit, eine politische Karriere u.v.a.m.). Das pralle Leben eben.
Der historische Bogen spannt sich von der Zeit der Faschisten (Mussolini) über die amerikanischen Befreier (Zweiter Weltkrieg) bis in die heutige Zeit. Natürlich werden die Anhänger Mussolinis verspottet und die Kommis verehrt, die ja auch gegen die Mafia sind. Die wunderschönen Landschaftsaufnahmen beeindrucken und der Witz der Einheimischen versprüht Charme und macht gute Laune. Man sieht unglaublich authentische Bilder wie Michverkauf auf der Straße direkt vom Euter der Kuh oder Spaghetti-Wettfressen. In dieser Gegend spricht man den englischen Dramatiker noch ‘Schackespehare‘ aus und immer wieder taucht das ‘Kino aus dem Paradiso‘ auf. Die Einheimischen fragen sich bei einem amerikanischen Film ‘Wieso verstehen wir die Amis?‘ Antwort: ‘Die Lautsprecher sind von hier‘.
Für eine echte Romanze ist hier kein Platz. Dafür ist der Film zu realistisch, lässt aber Platz zum Träumen. Man versteht nicht alle Szenen und dann zwinkert uns Tornatore zu ‘alles nur geträumt‘ wie im ‘Zug des Lebens‘? Kein Wunder bei Ennio Morricones Musik. (Und für blitzschnelle Hingucker ein scharfer Mini-Kurzauftritt von Monica Bellucci.) Grandioses Erzählkino, das verzaubert.

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