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Metropolis (1927)

Metropolis (1927)
Bewertung:
24. Platz in der Top 100 Film-Liste (Platz 24)
Humor: 23%23%
Action: 51%51%
Spannung: 71%71%
Erotik: 15%15%
Anspruch: 75%75%
Gesamtbewertung:
Meisterwerk!
Meisterwerk!

OT: Metropolis (1927)
Sci-Fi/Stummfilm
Deutschland 1927
Regie: Fritz Lang
Buch: Thea von Harbou
Musik: Giorgio Moroder
Produzent: Erich Pommer
Darsteller: Gustav Fröhlich, Brigitte Helm, Alfred Abel, Rudolf Klein-Rogge, Heinrich George, Fritz Rasp, Helene Weigel, Theodor Loos

Kinostart: 12.05.2011
Homepage/Trailer

Kurzinhalt:
Der Industriemagnat Johann Fredersen herrscht über die zweigeteilte Stadt Metropolis. In den Hochhäusern residieren die Herren, die Arbeiter leben tief unter der Erde. In den "ewigen Gärten", in denen sich die Söhne der Reichen vergnügen, taucht Maria auf, die Heldin aus der Unterstadt, und plädiert für die Befreiung der Unterdrückten. Freder, der Sohn des Herrschers, bewundert die Frau und verliebt sich in sie. Sein Vater beauftragt den Erfinder Rotwang, dem Roboter, an dem dieser arbeitet, das Aussehen Marias zu geben; die künstliche Maria soll die Arbeiter aufwiegeln, damit umso rigoroser gegen sie vorgegangen werden kann. Der Plan hat Erfolg, die Arbeiter zerstören die Maschinen, überfluten damit aber ihre unterirdische Stadt.

(Wiederaufführung, Restaurierte Fassung)

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📝 Rezension geschrieben von 8martin

Klassenkampf & Frankenstein

Man staunt immer noch über die visionäre Kreativität dieses Fritz Lang und kommt aus dem Staunen nicht heraus, weil man sich fragt, wie hat er das 1926 alles nur gemacht: ohne Computer oder Animation. Dazu hat er eine Liebesgeschichte in eine Welt transformiert, die so zwischen Orwell und Frankenstein angesiedelt werden kann. Und nicht zu vergessen, der Plot handelt von einem Klassenkampf. Der wiederhergestellten Fassung wurde ein Score unterlegt (Freddy Mercury, Bonnie Tyler u.a.), der fast vergessen lässt, dass es sich hier um einen Stummfilm handelt.
Die Welt der Arbeiter liegt unter der Erde. Nur eine Elite lebt oberhalb in Wolkenkratzern auf deren Kosten. Alles wird beherrscht vom autoritären Konzernboss Fredersen (Alfred Abel). Dessen Sohn Freder (Gustav Fröhlich) verliebt sich in Maria (Brigitte Helm) aus der Unterstadt.
Der Erfinder Rotwang (Rudolf Klein-Rogge), eine Art technokratischer Frankenstein, hat eine Machinenfrau gebastelt. Durch Energiezufuhr erweckt er sie zum Leben und gibt ihr Marias Gesicht. Sie ist die ‘Falsche Maria‘, die die Arbeiter zur Rebellion aufruft, während die echte Maria zusammen mit Freder die Arbeiterkinder vor dem Ertrinken rettet. Sie hatte den Kindern das Märchen vom Turmbau zu Babel erzählt. Weitere symbolträchtige Anspielungen sind die sieben Todsünden, die als gotische Figuren um Freder tanzen, während Naturkatastrophen die Oberstadt einstürzen lassen Es kommt zu Überschwemmungen und Erdbeben.
Die falsche Maria endet auf dem Scheiterhaufen. Die echte Maria sieht in Freder den Vermittler zwischen Hand und Kopf. Er ist das Herz, muss aber noch heftig mit Rotwang kämpfen bevor er sich mit seinem Vater versöhnt.
Fritz Lang war seiner Zeit voraus. Das Publikum lehnte den Film in den zwanziger Jahren ab, einen der bedeutendsten deutschen Stummfilme aller Zeiten.

📝 Rezension geschrieben von HunterAdams

metropolis 27/10

mich begleitet dieser film nun schon seit fast zehn jahren. zum ersten mal sah ich ihn in einer version, die ich im internet gefunden hatte: brutal gekürzt, mit englischen zwischentiteln, miserabler bildqualität, unsäglicher musik und einer handlung, die meilenweit von fritz langs ursprünglicher vision entfernt zu sein schien. natürlich waren mir all diese mängel damals noch nicht so sehr bewusst. erst als ich kurze zeit später die restaurierte fassung von 2001 zu sehen bekam, wurde mir klar, wie großartig "metropolis" ist.
als dann die nachricht von der entdeckung in argentinien kam, fieberte ich dem zu erwartenden "director's cut" ungeduldig entgegen.

vor zwei monaten hatte ich das große glück, der weltpremiere von "metropolis" in der alten oper in frankfurt am main bewohnen zu können. als mittelloser bettelstudent + anhang, in jeans und pullover und nach dreistündiger fahrt sichtlich geschlaucht, fühlte man sich inmitten der piekfeinen premierenbesucher ein bißchen wie ein arbeiter, der unerlaubt in den garten der söhne vorgedrungen war.
auch die kulisse des nächtlichen frankfurt mit seinen gigantischen wolkenkratzern, neben denen das opernhaus geradezu winzig wirkte, trug zur besonderen atmosphäre des abends bei. ich hoffe, ich war nicht der einzige, der bei diesem anblick an "neuer turm babel" und "g-bank" denken musste.

die hauptattraktion war aber natürlich "metropolis". und nach einigen mehr oder weniger interessanten ansprachen - roland koch wurde dankenswerterweise laustark ausgebuht (es sollten die einzigen buhrufe des abends bleiben) - ging es dann auch schon los.
gänsehaut. live-orchestermusik! da machte es auch nicht viel aus, dass die musiker den bildern in den ersten paar minuten etwas hinterherhinkten.
meine ausführliche meinung zur handlung des films, der mich - wie die meisten - vor allem wegen seiner innovativen optik, weniger aufgrund der etwas naiv-rührseligen handlung begeistert, werde ich vielleicht ein andermal aufschreiben.
die neuen szenen sind 1. eindeutig als solche zu identifizieren, da sie ein anderes seitenverhältnis haben und die qualität immer noch relativ schlecht ist, 2. in manchen fällen so kurz oder banal, dass man ihr fehlen wohl kaum bemerkt hätte, 3. in vielen fällen eine offenbarung! :) der größte gewinner der restaurierten fassung ist "der schmale". man sieht seinem darsteller deutlich an, wie viel spaß es gemacht haben muss, diesen schmierigen und sadistischen charakter mit leben zu füllen. auch die szenen im yoshiwara runden das gesamtbild ab.
ende des zwischenspiels. - furioso. durchatmen. hat man in den letzten zehn minuten überhaupt geatmet?

nach fast drei stunden war der zauber dann vorbei. das hirn schmerzte (dank eines sitzplatzes in der vierten reihe, rechts außen), aber der mittler hüpfte und die hände klatschten. allerdings galt zumindest mein applaus nicht in erster linie den neuen szenen, sondern hauptsächlich dem material, das ich ohnehin schon gekannt hatte. denn "metropolis" ist ein film, der mich schon lange und immer wieder begeistert. und wenn in hoffentlich nicht allzu ferner zukunft auch noch die letzten sechs fehlenden minuten gefunden werden sollten, bin ich bei der nächsten premiere auf jeden fall wieder mit dabei.

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