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Die Frau in Gold (2015)

Die Frau in Gold (2015)
Bewertung:
Humor: 0%0%
Action: 0%0%
Spannung: 0%0%
Erotik: 0%0%
Anspruch: 0%0%
Gesamtbewertung:
Sehr gut!
Sehr gut!

OT: Woman in Gold (2015)
Drama/Historienfilm
Großbritannien/USA 2015
Regie: Simon Curtis
Buch: Alexi Kaye Campbell
Musik: Martin Phipps, Hans Zimmer
Produzent: David M. Thompson, Kris Thykier
Darsteller: Helen Mirren, Ryan Reynolds, Daniel Brühl, Katie Holmes, Max Irons, Charles Dance, Tatiana Maslany, Antje Traue, Elizabeth McGovern, Jonathan Pryce, Tom Schilling, Moritz Bleibtreu, Justus von Dohnányi, Ludger Pistor, Nina Kunzendorf

Kinostart: 04.06.2015

Kurzinhalt:
Gustav Bloch (Allan Corduner) und seine Großfamilie werden nach dem Einmarsch der Nationalsozialisten 1938 in Wien enteignet - die Nazis berauben die jüdische Familie ihrer Kunstsammlung und vertreiben sie aus der Stadt. Blochs Tochter Maria Altmann (Helen Mirren) wird in den USA ansässig. Gut 50 Jahre später beschließt sie, zurückzuholen, was rechtmäßig ihr gehört. Vor allem das wertvolle Gemälde „Goldene Adele“ will sie wieder in den Besitz ihrer Familie bringen. Auf dem Jugendstil-Porträt ist ihre Tante Adele (Antje Traue) abgebildet, verewigt vom berühmten Maler Gustav Klimt (Moritz Bleibtreu). Maria Altmann wendet sich hilfesuchend an den Anwalt Randol Schoenberg (Ryan Reynolds), der einen langwierigen Prozess in Gang setzt. Die Wiener Behörden, die das Gemälde mittlerweile im Schloss Belvedere haben ausstellen lassen, geben das Nazi-Raubgut nicht so leicht her...

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📝 Rezension geschrieben von 8martin

Gold an der Wand

Das ist großes emotionales Kino, das sich weitgehend auf Fakten stützt. Es werden fast alle Argumente vorgetragen, die für oder gegen den Verbleib der Klimt Gemälde sprechen. Natürlich kann man da drehbuchmäßg etwas drehen, damit das Publikum für die Witwe Maria Altmann Sympathiepunkte vergibt. Und wenn die von Helen Mirren gespielt wird, ist man ohnehin auf ihrer Seite. Die ist wie immer großartig. Hier mal zwischen rebellierendem Altersstarrsinn und allgemeiner Verunsicherung. Mit der Bürde einer traumatisierten Vergangenheit, der Genugtuung wiederfahren muss. Sie schwankt zwischen gekränkter Familienehre und Wiedergutmachung durch den österreichischen Staat. Dabei ist es letztlich unerheblich, ob alle Facetten des historischen Hintergrundes genau stimmig sind. Die neckischen Wortgeplänkel mit ihrem Anwalt Schoenberg (Ryan Reynolds) sind der Puderzucker auf der Sahnetorte und tragen zum Erfolg des Films ebenfalls bei. Man kann sich dem emotionalen Sog nicht entziehen. Dazu braucht es keine Faktenflut. Davon gibt es weißgott genug, dass man der glaubhaften Seite folgen kann. Herz und Seele führen die Klingen im juristischen Streit mit Florett nicht mit dem Säbel. Besonders am Ende ist das Taschentuch angesagt.
Die Flucht der jungen Maria Altmann (Tatiana Maslany) mit ihrem Mann (Max Irons) per Flugzeug aus Wien ist einer der dramatischer Höhepunkte neben dem Bilderstreit.
Hier kommt sogar ein Hauch von Hitchcock (‘Der zerrissene Vorhang‘) auf, wenn sich durch mehrere Verzögerungen die Spannung erhöht. Und hier fällt auf, dass auf Ausgeglichenheit geachtet wurde. Unterstützung bzw. falsche Richtungshinweise für die Flüchtigen bzw. ihre Verfolger sind gleich verteilt in der österreichischen Bevölkerung. Kunstgenuss, Vergangenheitsbewältigung ansprechend verpackt.


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