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Außer Atem

Außer Atem
Bewertung:
Humor: 30%30%
Action: 52%52%
Spannung: 66%66%
Erotik: 30%30%
Anspruch: 92%92%
Gesamtbewertung:
Sehr gut!
Sehr gut!

OT: À bout de souffle
Drama/Krimi
Frankreich 1959
Regie: Jean-Luc Godard
Buch: François Truffaut
Musik: Martial Solal
Produzent: Georges de Beauregard
Darsteller: Jean-Paul Belmondo, Jean Seberg, Van Doude, Liliane David, Claude Mansard, Daniel Boulanger, Jean-Pierre Melville, Jean-Luc Godard


Kurzinhalt:
Michel, Abenteurer und Autodieb aus Leidenschaft, ist mit einem gestohlenem Luxuswagen auf dem Weg nach Paris, als er eher zufällig in eine Polizeikontrolle gerät und bei der anschließenden Verfolgungsjagt einen Polizisten erschießt. In Paris trifft er Patricia, eine amerikanische Studentin und Michels große Liebe, die ihm hilft unterzutauchen. Nach der gemeinsam verbrachten Nacht verrät sie ihn jedoch an die Polizei.

Außer Atem (DVD)
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Relevante Themen:
Relevantes Thema Atemlos (1983)

📝 Rezension geschrieben von 8martin

Ein charmanter Mörder

Godards richtungsweisendes Filmdebut ist heute Kult. Zunächst war das Publikum sprachlos (vielleicht sogar außer Atem), dann begeistert. Handwerklich wirkt vieles amateurhaft und ist doch Teil des Plans. Michel (Jean Paul Belmondo) ist ein Kleinganove, der mit Patricia (Jean Seberg), einer amerikanischen Studentin anbändelt. Die Handlung plätschert so dahin. Michel ist sorglos und frech, aber optimistisch. Es passiert nichts Bemerkenswertes. Am Anfang erschießt Michel einen Polizisten, am Ende erwischt es ihn selber. Dazwischen ermittelt ein Kommissar ganz unauffällig diskret. Wir sehen das an den Schlagzeilen der Zeitungen und auf einem Laufband, dass Inspektor Vital (Daniel Boulanger, der Mann mit dem scharfkantigen Gesicht der Leinwand), Michel immer näher kommt.
Der Knaller ist aber der unorthodoxe Schluss. Hier kommt Vieles zusammen: Patrizia verpfeift Michel bei der Polizei, (jetzt weiß sie, dass sie ihn liebt nicht!). Seine letzten Worte gelten ihr und sind kein Kompliment. Er tritt ab als Fratzenmacher, von der Liebe enttäuscht, bevor er sich selbst die Augen schließt. Sie wiederholt seine typische Geste, indem sie mit dem Daumen über ihre Lippen fährt. Das erinnert an letzte Gemeinsamkeiten, die doch keine waren. Ihr langatmiges Interview mit Monsieur Parvulesco (Jean-Pierre Melville) läuft parallel zu Michels dunklen Geschäften. Der Kleinganove und die Studentin passten einfach nicht zusammen.
Jean Sebergs Kurzhaarfrisur hat die Presse sehr interessiert, während die Sprachler im Elfenbeinturm sich eher an Begriffen wie ‘Rohrpostbrief‘ oder ‘weiße Mäuse‘ für die Bullen erfreuen.
Heute tragen ein Hauch von Nostalgie und die sonderbare Technik neben dem ungewöhnlichen Ende dazu bei, dass man den Film nicht vergisst.

📝 Rezension geschrieben von DerPsycho

Ja, die eigenwillige Drehweise weiß schon zu überzeugen. Durch die Jump Cuts und die Art, die "Handlung" zu erzählen, gewinnt der Film viel an Eigenständigkeit, die man bestimmt nicht schnell vergisst.
Mir persönlich bleibt aber nach dem Ansehen zu wenig. Natürlich will der Film keine Spannung aufbauen, aber eine Botschaft/Aussage oder ähnliches bleibt auch verborgen, so dass man nach dem Filmende einfach nichts mitnimmt. Für mich fehlt daher einfach etwas Wesentliches.

📝 Rezension geschrieben von GuArDiAPeRtIcArA

es werden Zeitungen gekauft, es werden Zeitungen gelesen. Es wird geraucht, es werden Autos gestohlen, es wird geredet und geflüchtet und nebenher wird das Kino revolutioniert.

Was Jean-Luc Godard da innerhalb von gerade einmal 87 min. abzieht ist einfach unglaublich!
Er erzählt die eigentlich banale Geschichte eines kleinen Gauners, der, nachdem er mit einem gestohlenen Auto Probleme bekam, einen kleinen Fehler begangen hat. Kongenial: Jean-Paul Belmondo als Möchtegern-Bogart (Legendär die Szene als er seinem Idol am Kinoschaufenster gegenübersteht)
Natürlich handelt es sich auch um eine Hommage an den Film Noir der 40er Jahre, doch im Laufe des Films wird dessen Konzept ironisch überwunden und dann auch noch gehörig dekonstruiert. à propos Dekonstruktion, natürlich waren Godard und Truffaut (Drehbuch) auch von den damaligen intellektuellen Diskursen (Existenzialismus und dem beginnende Poststrukturalismus) beeinflusst, welche ja vornehmlich in Paris diskutiert wurden.
Man könnte noch so viel mehr zu diesem Film sagen: Die geniale Szene am Flughafen, in welcher der Schriftsteller (Jean-Pierre Melville - Der eiskalte Engel) zum Interview lädt, oder die Schlussszene natürlich!
Von den bekannten Jump Cuts ganz zu schweigen, die Godard zwar nicht erfand, aber als erster als Stilmittel eingesetzt hat.
Durch diese bewussten Schnitte, oder besser der Montage von Szenen sowie durch den Einsatz von Handkameras und der relativen Spontanität, dem zurückhaltenden Gebrauch eines vorgefertigten Drehbuchs sowie dem Dreh an Orginalschauplätzen wirkt Außer Atem auch heute noch unglaublich modern u. schnell, ohne jedoch hektisch zu sein. Ums kurz zu machen: so wie bei Außer Atem hat mich Kino schon lang nicht mehr fasziniert, ein Film der zeigt, was Kino alles sein kann!

📝 Rezension geschrieben von GM00111

Sehr guter Film - aber liegt doch recht schwer im magen wie ich finde - vllt schon etwas zu anspruchsvoll/ künstlerisch
Aber doch eine geniale Charakterstudie mit super darstellern - am tollsten finde ich Belmondo, wie er das Plakat von Bogart betrachtet

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Filmzitate aus "Außer Atem"

💬 "Leiden ist völlig idiotisch. Ich entscheide mich für das Nichts. Das ist zwar nicht viel besser, aber Leiden ist ein Kompromiss. Ich will alles oder nichts. Von diesem Augenblick an weiß ich es. Endgültig."


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