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Adel verpflichtet (1949)

Adel verpflichtet (1949)
Bewertung:
Humor: 53%53%
Action: 50%50%
Spannung: 90%90%
Erotik: 10%10%
Anspruch: 80%80%
Gesamtbewertung:
Sehr gut!
Sehr gut!

OT: Kind Hearts and Coronets (1949)
Krimi-Komödie
Großbritannien 1949
Regie: Robert Hamer
Buch: Robert Hamer, John Dighton
Musik: Wolfgang Amadeus Mozart
Produzent: Michael Balcon
Darsteller: Alec Guinness, Dennis Price, Audrey Fildes, Valerie Hobson, Joan Greenwood, John Penrose, Miles Malleson, Arthur Lowe, John Salew, Clive Morton


Kurzinhalt:
Louis Manzzinis Mutter gehört zum Clan der Aristokratenfamilie D'Ascoyne. Doch seit sie einst mit eiinem Opersänger durchbrannte, musste ihr Familienzweig auf den Flair der adeligen Gesellschaft verzichten. Das will ihr Sohn Louis nun wieder ändern und heckt einen perfiden Plan aus: Um selbst wieder das Oberhaupt der herzoglichen Familie zu werden, will er die Erbfolge zu seinen Gunsten beeinflussen - durch Mord an seinen potentiellen acht Mitbewerbern...

Zweifellos ist dies ein Klassiker unter den schwarzen Komödien - nicht zuletzt dank der subtilen Interpretation der acht Charaktere der Herzogsfamilie, die alle unnachahmlich von Alec Guinness verkörpert werden. Auf eine liebenswürdige Weise persifliert Guinness die herzöglichen Admirale, Generale, Direktoren, Priester usw. mit all ihren Schrullen und ihrem Standesdünkel. Regisseur Robert Hamer gelingt es, die Schauspielerpersönlichkeit von Alec Guinness so abwechslungsreich in die überraschungsvolle Mordgeschichte einzubauen, dass der blutrünstige Stoff, als Parodie auf den englischen Adel, zum ungetrübten Vergnügen für die Zuschauer wird.

Adel verpflichtet - DVD
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📝 Rezension geschrieben von 8martin

Adel vernichtet

Das ist ein Klassiker des schwarzen Humors von der Insel. Diese so nie wieder gebotene Handlung ist ebenso einzigartig wie der großartige Alec Guinness, der hier seine Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellt. Wir sehen ihn in acht Opferrollen: als alter und als jüngerer Mann, sogar als Frau. Vertrottelt, skurril, kämpferisch, militaristisch und snobistisch. Diese Mordserie ist ein Rachefeldzug von Louis Mazzini (Denis Price) aus verschmähter Anerkennung an den d’Ascoynes. In der Todeszelle verfasst er seine Memoiren: ein Geständnis. Jetzt kann es ihm ja egal sein. Seine Taten werden von einem Kommentar des Ich-Erzählers britisch unterkühlt begleitet und gewürdigt, der in seiner distinguierten Form einen Kontrast zum Mordgeschehen darstellt und die Ironie betont.
Nebenbei gerät Louis auch noch zwischen zwei Frauen: von Edith (Valerie Hobson) standesgemäß geheiratet und von Sibella (Joan Greenwood) nach wie vor heiß geliebt. Nach seiner Begnadigung öffnen beide die Türen ihrer Kutschen. Der ‘dramatische Vorhang‘ nimmt ihm eine Entscheidung ab mit einem letzten Blick auf den Schreibtisch in seiner Zelle…denn ‘ein gutes Herz ist mehr wert als eine Krone und simpler Glaube mehr als normannisch Blut‘ (Tennyson). Einzigartig, kühl und von boshafter Eleganz.

📝 Rezension geschrieben von HunterAdams

Der geniale Alec Guiness in seiner Paraderolle! Gekonnt, wie er, der ungeliebte Abkömmling, sich an die Spitze in der Erbfolge des Titels und vor allem des Vermögens mordet.

Das war zwar nicht Guinness, sondern Dennis Price, aber Sir Alec spielt in diesem Film trotzdem seine Paraderolle, genauer gesagt sogar acht.
Die Spannbreite des Guinness'schen Genies ist nach wie vor beeindruckend. So weiß er nicht nur als agiler 24-Jähriger, vertrottelter Priester oder bärbeißiger Baron zu überzeugen, sondern auch als emanzipierte Suffragette. Dass letztere Rolle leider nur sehr kurz ausfällt ("fällt" im wahrsten Sinne des Wortes), ist wohl der Rücksichtnahme des Regisseurs auf seinen Schauspieler geschuldet.

Die Handlung bedarf nur weniger Worte:


❗ Spoilerwarnung ❗
Louis Mazzini, verstoßener Abkömmling der wohlhabenden D'Ascoyne-Familie fühlt sich um sein Erbe betrogen und beschließt kurzerhand, acht seiner Verwandten aus dem Weg zu räumen, um Nachfolger des Barons zu werden. Zwar glückt sein raffinierter Plan, doch dann wird er ausgerechnet wegen eines Mordes verhaftet, den er gar nicht begangen hat. Das ganze stellt sich als Erpressungskomplott einer eifersüchtigen Gespielin heraus, die Louis entlasten will, sobald er verspricht, sie zu heiraten. Auf diese Weise kann Louis dem Henker entrinnen, übersieht jedoch, dass er während seiner Zeit im Gefängnis die Geschichte seiner Morde aufgeschrieben und das belastende Manuskript in seiner Zelle vergessen hat.

Was "Adel verpflichtet" bis heute so sehenswert macht, sind, neben dem bereits erwähnten Alec Guinness, die hervorragend geschriebenen Dialoge, die beeindruckende Eloquenz mit einem gerüttelt Maß an Ironie verbinden, und der rabenschwarze Humor, der so viele Komödien der Ealing-Studios auszeichnet.
Dieser Film hat Klasse und erzählt seine durch und durch britische Geschichte mit erfrischender Eleganz und Leichtigkeit.

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