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Wahlverwandtschaften (1996)

Wahlverwandtschaften (1996)
Bewertung:
Humor: %%
Action: %%
Spannung: %%
Erotik: %%
Anspruch: %%
Gesamtbewertung:
Empfehlenswert!
Empfehlenswert!

OT: Le affinita elettive (1996)
Literaturverfilmung
Frankreich/Italien 1996
Regie: Paolo Taviani, Vittorio Taviani
Buch: Paolo Taviani, Vittorio Taviani, Johann Wolfgang
Goethe (Roman: Die wahlverwandtschaften)
Musik: Carlo Crivelli
Produzent: Grazia Volpi
Darsteller: Isabelle Huppert, Fabrizio Bentivoglio, Jean-
Hugues Anglade
, Marie Gillain, Massimo Popolizio, Giancarlo
Giannini


Kurzinhalt:
Die Toskana im 19. Jahrhundert. Baron Edoardo hat nach 20
Jahren seine Jugendliebe Carlotta geheiratet, doch ihre
scheinbar glückliche Beziehung ist unerfüllt. Edoardo lädt seinen
Jugendfreund, den Architekten Ottone ein, um sich mit ihm um
die Neugestaltung seines Anwesens zu kümmern. Als sich
Ottone in Carlotta verliebt, lässt Edoardo ihn gewähren, denn er
fühlt sich schicksalhaft zu Carlottas junger Nichte Ottilia
hingezogen. Die Liebe über Kreuz wird zu einer
Gewissensprüfung, als Carlotta schwanger wird und ihr Baby
durch Ottilias Missgeschick umkommt. Verzweifelt versucht
Ottilia, die frühere Harmonie des Quartetts wiederherzustellen,
doch es kommt zu einer weiteren Katastrophe.

Wahlverwandtschaften (1996) (DVD)
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📝 Rezension geschrieben von 8martin

A ► B und C ►D, dann A ► C und B ► D

Dieses Lesedrama vom Altmeister Goethe ist nicht leicht zu verfilmen. Die Tavianis haben’s versucht und immerhin eine Lücke in der klassischen Bildung geschlossen. Großartige Darsteller halfen dabei, das intellektuell, amouröse Konstrukt über die Rampe zu bringen.
Das Ehepaar Carlotta (Isabelle Huppert) und Edoardo (Jean-Hugues Anglade) führen eine Bilderbuchehe, bis sich Edoardos Freund Ottone (Fabrizio Bentivoglio) anmeldet und auch Ottilia (Marie Gillain), eine Freundin des Hauses vorbeischaut.
Wie die vier über Kreuz neue Beziehungen eingehen, wird sogar an einem Schaubild dargestellt und zart fühlend angedeutet. Die Tavianis verlegen den Partnertausch in eine traumähnliche Situation, die erst an Realität gewinnt, als Carlotta ein Baby bekommt: der Kleine wird Ottone heißen (Edoardos zweiter Vorname). Er hat die roten Haare von Hausfreund Ottone und einen Schönheitsfleck wie Ottilia.
Die Beziehungen führen zu fatalen Konsequenzen, als Ottilia als Babysitter versagt und der kleine Ottone ertrinkt. Der Off Kommentar (Goethe pur) stellt es als Opfer der Fehltritte dar. Ottilia hungert sich bewusst zu Tode und Edoardo folgt ihr. Carlotta inszeniert ein Begräbnis der beiden Liebenden.
Werkgetreue Verfilmung inklusive Goethes Farbenlehre. Der Zuschauer nimmt die Erkenntnis mit, dass es auf Dauer kein wahres Glück gibt, weil wir bedenkenlos unserem Hedonismus frönen jenseits aller gesellschaftlichen Moral.
Für 1809 ganz schön provokativ, da die Welt gerade wegen Napoleon in einem ihrer Europäischen Umbrüche steckte. Es lohnt sich den Film anzuschauen. Die Lektüre ist eine größere Herausforderung. Und für die Interpretationsfreaks haben die Tavianis noch ein Zuckerl versteckt: Im Vorspann legen Taucher eine Frauenstatue frei und ziehen sie nach oben. Da muss man sich wohl selbst einen Reim drauf machen…


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