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Der Hauptmann (2017)

Der Hauptmann (2017)
Bewertung:
Humor: 3%3%
Action: 30%30%
Spannung: 36%36%
Erotik: 3%3%
Anspruch: 36%36%
Gesamtbewertung:
Empfehlenswert!
Empfehlenswert!

Film bewerten
OT: Der Hauptmann (2017)
Drama/Kriegsfilm
Deutschland/Frankreich/Polen 2017
Regie: Robert Schwentke
Buch: Robert Schwentke
Musik: Martin Todsharow
Produzent: Frieder Schlaich
Darsteller: Max Hubacher, Milan Peschel, Frederick Lau, Bernd Hölscher, Waldemar Kobus, Alexander Fehling, Samuel Finzi, Wolfram Koch, Eugenie Anselin, Hendrik Arnst

Kinostart: 15.03.2018
Homepage/Trailer

Kurzinhalt:
1945, gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, irgendwo im deutschen Niemandsland: Der Gefreite Willi Herold (Max Hubacher) wird von dem gnadenlosen Hauptmann Junker (Alexander Fehling), der ihn für einen Deserteur hält, erbarmungslos gejagt. Doch kurz vor seinem erwarteten Tod entdeckt Willi in einem Auto am Straßenrand eine mit Orden versehene Hauptmannsuniform der Luftwaffe, die er kurzerhand überstreift. Mit der Uniform schlüpft er schnell auch in die dazugehörige Rolle und beginnt, verstreute Soldaten um sich zu scharen, darunter Freytag (Milan Peschel) und Kipinski (Frederick Lau). Willi testet seine neu gewonnene Verfügungsgewalt aus. Seine ehemaligen Kameraden sind froh, einen vermeintlichen Befehlshaber gefunden zu haben, der ihnen sagt, was sie tun sollen, doch Herold verfällt schon bald der Versuchung der Macht...

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Diskussionsforum: (Die letzten Beiträge)

📝 geschrieben von DerPsycho

Zu Beginn dieses Films fühlt man sich unweigerlich an den "Hauptmann von Köpenick! erinnert. Auch hier kommt ein Mann - hier: ein desertierter Soldat der Wehrmacht - an eine Hauptmannsuniform und nutzt die damit einhergehende Macht im Sinne von "Kleider machen Leute". Damit enden aber die Parallelen. Denn statt Heiterkeit und etwas Moral bekommt der Zuschauer hier die geballte Gewalt des Nationalsozialismus "geboten". Der frische gekleidete Hauptmann Willi Herold wird im Laufe des Films immer weiter vom Sog der Macht eingelullt. Hat man es zu Beginn noch mit einem Protagonisten zu tun, dessen Motive man als Zuschauer anerkennt, so ändert sich dieses Bild im Laufe der Spielzeit. Spätestens wenn Herold mit seinem Gefolge (toll: Milan Peschel und Frederick Lau in mal etwas anderen Rollen) im Lager eintrifft, nimmt die Gewalt, der sich der kleine Hauptmann bedient Überhand und wird im Film auch immer exzessiver dargestellt. Audiovisuell braucht sich "Der Hauptmann" dabei nicht vor thematisch ähnlich gelagerten Filmen wie "Schindlers Liste" zu verstecken.

Die zweite Filmhälfte wird durch die immer ungehemmter gelebte Gewalt zusehends zur Groteske. Das macht den Film nicht unbedingt einfacher, aber grenzt ihn auf positive Art und Weise stärker vor den Unmengen an Filmen ab, die zwischen 1933 und 1945 spielen. Spätestens wenn Herold kurz vor dem Abspann im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht, muss man als Zuschauer schon starke Nerven ob der Taten der Nazis haben.

Ein Film, der sitzt!
Nur die Szenen im Abspann, in denen Herold seine Taten in der Gegenwart fortsetzt, hätte man sich getrost sparen können. Gott sei Dank kann man den Abspann leichter ignorieren.

📝 geschrieben von 8martin

Groteske der Macht
Der Abspann beteuert, die wahre Begebenheit, auf der der Film beruht und will belegen, dass der Film das Leben des Massenmörders Willi Herold kurz vor Ende des 2. Weltkrieges schildert.
Nachvollziehbar, dass deutsche Soldaten - oder vielleicht auch einfach nur Menschen - in einer Situation, in der es keine ordnende Macht gibt - egal ob sie demokratisch oder autoritär legitimiert ist - zu Monstern werden. Im Chaos gilt das Faustrecht und die bösen Seiten der menschlichen Existenz werden an die Oberfläche gespült.
So erging es Willi Herold (Max Hubacher), als er die Unform eines Nazi Hauptmanns fand. Er wird zu einem Mörder, der seine Uniform voll ausfüllt. Er verfällt der Macht.
Nur mit dem zweiten Teil und dem Schluss habe ich so meine Probleme. Das Hineinwachsen in die Autorität der Uniform ist glaubhaft, besonders überzeugend in einer Kneipe in einem Dorf, doch dann im Gefangenenlager - eine Art KZ - wird die Handlung etwas unübersichtlich, trotz drohendem Kriegsende.


❗ Spoilerwarnung ❗
Das Massaker an den Gefangenen ist echt brutal, auch akustisch. Auch der Kameradschaftsabend mag noch angehen, nur dass im Abspann die Truppe in der Fußgängerzone Passanten ihre Handys wegnimmt, hat mir Probleme gemacht. Soll es heißen Monster plündern immer weiter? Auch heute noch?


Bei den ausgelassenen Sauf- und Sexorgien kommt ein Hauch von Fellini und Antonioni ins Bild. Das passt irgendwie nicht zum bisher gesehenen. Diese Art der Darstellung ist das, womit ich nicht klarkomme. Googelt man unter ‘Groteske‘ heißt es da: ‘Es ist die Darstellung einer verzerrten Wirklichkeit, die auf paradox erscheinende Weise Grauenvolles, Missgestaltetes mit komischen Zügen verbindet.‘ Und genau das tut Regisseur Robert Schwentke. Diesen Eindruck erweckt der Film aber und verbratet dabei ein unerhörtes Gewaltpotential. Einfach nur schrecklich diese Groteske!

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