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Lord Jim (1965)

Lord Jim (1965)
Bewertung:
Humor: %%
Action: %%
Spannung: %%
Erotik: %%
Anspruch: %%
Gesamtbewertung:
Empfehlenswert!
Empfehlenswert!

OT: Lord Jim (1965)
Abenteuer
Großbritannien 1965
Regie: Richard Brooks
Buch: Richard Brooks, Joseph Conrad
Musik: Bronislaw Kaper
Produzent: René Dupont, Richard Brooks, Timothy Burrill
Darsteller: Peter O'Toole, Curd Jürgens, James Mason, Jack Hawkins, Eli Wallach, Paul Lukas, Akim Tamiroff, Daliah Lavi, Ichizo Itami, Serge Reggiani, Tatsuo Saito


Kurzinhalt:
Ein junger Marineoffizier soll wegen Feigheit aus der Armee entlassen werden. Er erhält eine letzte chance: Er soll Sprengstoff zu einer von einem Diktator tyrannisierten Ortschaft tief um fernöstlichen Dschungel bringen. Diese Expedition ist begleitet von Verrat, Mord und Intrigen. Schließlich wird er vom Tyrannen gefangen genommen und gefoltert...

Lord Jim (1965) (DVD)
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📝 Rezension geschrieben von 8martin

Held oder Feigling?!

Genaugenommen sind es zwei Filme: ein echter Abenteuerfilm und dann ein Moraldrama. Beide Teile sind konventionell gemacht und wirken heute etwas angestaubt.
Der mutige Marineoffizier (Titelheld Peter O’Toole) rettet sein Leben und geht von Bord eines Schiffes, das zu sinken droht. Doch der Seelenverkäufer geht nicht unter. Der Nestbeschmutzer wird unehrenhaft aus der Handelsmarine entlassen und jobbt sich so durch u.a. durch Waffenlieferung an Einheimische. Hier kämpft er Seite an Seite mit den Eingeborenen gegen einen despotischen Diktator (Eli Wallach) und gewinnt das Herz eines schönen Mädchens (Daliah Lavi). Bereits die Kampfhandlungen wirbeln viel undurchschaubaren Staub auf und sind etwas unübersichtlich geraten. Doch ein Familienidyll deutet sich an. Der Feigling ist bemüht ein Held zu werden. Allerdings wird Jim immer wieder von selbstzerfleischenden Gewissensbissen heimgesucht. Er macht sich Vorwürfe und kommt innerlich nicht zur Ruhe. Schuldgefühle verfolgen ihn. –‘Wie tötet man ein Phantom?‘ – ‘Nur mit der Wahrheit.‘
In einem quasi zweiten Teil wollen drei prominente Gauner an den Schatz der Eingeborenen: James Mason, Curd Jürgens und Akim Tamiroff. Langatmige Dialoge mit viel Pathos ziehen alles etwas in die Länge. Ob die drei umkommen, sieht man nicht so genau, Jim erschießt sie mit einer Ladung Goldmünzen. Sein eigenes Ende sehen wir auch nicht. Wir hören nur einen Schuss.
Gewissensqualen zu thematisieren wirkt heute etwas aus der Mode gekommen. Aber auch der Roman war keine Erleuchtung. Im Gegenteil. Dieser Film hat mir erklärt, was ich beim Lesen von Joseph Conrad nicht begreifen konnte. Der erste Teil ist noch ganz passabel, der zweite bleibt kryptisch moralisierend und ist viel zu lang geraten. Man bleibt verwirrt zurück.


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