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Eine Liebe von Swann

Eine Liebe von Swann
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OT: Un amour de Swann
Drama
Deutschland/Frankreich 1984
Regie: Volker Schlöndorff
Buch: Volker Schlöndorff, Peter Brook, Jean-Claude Carriere
Musik: Hans Werner Henze
Produzent: Eberhard Junkersdorf
Darsteller: Jeremy Irons, Ornella Muti, Alain Delon, Fanny Ardant, Marie-Christine Barrault, Nathalie Juvet, Charlotte Kerr, Philippine Pascale


Kurzinhalt:
Paris 1885. Der wohlhabende jüdische Lebemann Charles Swann wird in der feinen Gesellschaft als charmanter Kunstkenner geschätzt. Er ist ein gern gesehener Gast auf den Matinées und Festen der lebenslustigen Herzogin von Guermantes. Dort begegnet ihm die schöne Odette de Crécy. Obwohl sie nicht seinem Idealbild entspricht, bittet er sie zu einem Rendezvous, zu dem sie allerdings nicht erscheint. Charles entwickelt plötzlich eine leidenschaftliche Neugier auf die mysteriöse Frau.

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Diskussionsforum: (Die letzten Beiträge)

📝 geschrieben von 8martin

Pomp & Leidenschaft
An und für sich hat Volker Schlöndorff ja ein Händchen für die Verfilmung von literarischen Vorlagen, dieses Kapitel von Proust wird allerdings von zwei Keulen erschlagen: über weite Strecken beherrschen die Dialoge die Szene und alles wird überdeckt von einer pompösen Kulisse, die überwältigend detailgenau ist. Dabei kommt uns heute die Problematik, so wie die Marcel Proust sah, schon etwas angestaubt vor. Und Schlöndorff fährt genau in dessen Fahrwasser.
Wir sind im ausgehenden 19. Jahrhundert, die Männer sind Galane, die Frauen reine Lustobjekte. So eine Dame zweifelhaften Rufs ist Odette (Ornella Muti), die man hinter vorgehaltener Hand damals wohl eine Kokotte genannt hat. Ihr ist Charles (Jeremy Irons) verfallen. Er kommt nicht von ihr los, obwohl er meist unterkühlt und rational bleibt. Bei seiner obsessiven Liebe kann Odette ihr Spielchen mit ihm treiben. Und so lieben und leiden sie abwechselnd und schwanken zwischen Zuneigung und Ablehnung hin und her. Dabei verfolgt Odette ihr Ziel klar und eindeutig, während Charles sich zum Affen macht. Bis er erhört wird dauert es allerdings. Wobei man Fanny Ardant den proustschen Satz in den Mund gelegt hat ‘Der Dorn in seiner Hose sticht leider keine Rose‘. Ein Schelm wer Böses dabei denkt. Das soll dann ja wohl auch der Höhepunkt des Films in mehrfacher Hinsicht sein. Und der hat Folgen, die am Ende sang und klanglos an uns vorbeirauschen: Charles hat eine Tochter in seiner Kutsche und Odette ist Madame Swann.
Jeremy Irons mimt den unterkühlten Monsieur Swann recht differenziert, muss aber irgendwie frustriert zurückbleiben mit der späten Erkenntnis, Odette nie geliebt zu haben. Ornella bringt die Schärfe ins Bild. Den einzigen darstellerischen Genuss verbreitet Alain Delon als Alter Ego von Swann. Er sprüht förmlich vor Witz und Geist und behält den Durchblick.
So wie das Bild von Odette in den Gedanken von Charles verblasst, ist es mir bei dem Film ergangen, trotz des beeindruckenden Ambientes. Ein Kostümschinken mit intellektuellem Anstrich.

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