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Der Spion, der aus der Kälte kam

Der Spion, der aus der Kälte kam
Bewertung:
Humor: 0%0%
Action: 30%30%
Spannung: 75%75%
Erotik: 0%0%
Anspruch: 70%70%
Gesamtbewertung:
gut!
gut!

OT: The Spy Who Came In From The Cold
Agentenfilm
Großbritannien 1965
Regie: Martin Ritt
Buch: Paul Dehn, Guy Trosper
Musik: Sol Kaplan
Produzent: Martin Ritt
Darsteller: Claire Bloom, Richard Burton, Oskar Werner, Peter Van Eyck, Rupert Davies, Sam Wanamaker, Beatrix Lehmann, John Le Carré


Kurzinhalt:
Alec Leamas, Leiter der West-Berliner Abteilung des britischen Geheimdienstes, soll Hans-Dieter Mundt, den Chef der Ost-Berliner Gegenspionage, außer Gefecht setzen. Ein raffinierter Plan wird sorgfältig ausgearbeitet. Zum Schein wird Leamas aus dem Dienst entlassen, spielt den verbitterten Alkoholiker, nimmt einen Job als Archivar an und beginnt eine Liebesaffäre mit der orthodoxen Kommunistin Nan Perry. Wie erhofft, wird die Gegenseite auf ihn aufmerksam und versucht, Leamas abzuwerben...

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📝 Rezension geschrieben von 8martin

Hochspannung & Tragik

Ein Klassiker unter den Agententhriller, der die Zuschauer seit 1965 fesselt. Und das aus gutem Grund. Für die Jüngeren eine Lektion über die Schrecken des ‘Kalten Krieges. Hier an der Nahtstelle der beiden verfeindeten Lager: an der Berliner Mauer.
Für die Älteren ein wiederaufwärmen der Gefühle verbunden mit einem Eintauchen in die gefühlte Atmosphäre aus Furcht und Misstrauen, die damals herrschten. Die S/W Fassung trägt zur Authentizität der Handlung ebenso bei wie der Tante-Emma-Laden.
Eine sehr komplexe Geschichte des Überläufers Alec Leamas (Richard Burton), der die Feinde im Osten (Fiedler (Oscar Werner) und Mundt (Peter van Eyck)) dazu bringt, sich selbst auszuschalten. Ein geniales Konstrukt wie es nur von einem Insider beschrieben werden kann. Die Hierarchie der Geheimdienste steigert die Spannung. Mitten ins Gefecht der Agenten platzt noch die Bombe einer anfangs erzählten Liebesgeschichte zwischen Alec und Nan (Claire Bloom). Der Geheimprozess ist der erste von mehreren Höhepunkten. Die Spannung wird dadurch erhöht, dass der Zuschauer weiß, wer im Prozess den diabolischen Plan durchschaut und wer der Gegenseite auf den Leim gegangen ist. Da könnte ein zweites Anschauen des Films nützlich sein.
Durch das völlig unerwartete Auftreten von Alecs Freundin Nan (Claire Bloom) im Prozess wird die Spannung noch weiter gesteigert. Ihre Flucht ist schier unglaublich! Der Gipfel ist ihr kaum noch zu überbietendes äußerst tragisches Ende an der Berliner Mauer, das die menschliche Seite der Spionage beleuchtet: Stille, ein kreisender Scheinwerfer, Stacheldraht und ein Taschentuch als Markierung…
Aber wie Leamas sagt ‘Agenten sind keine Heiligen‘. Ihr Handeln bestimmt das Nützlichkeitsdenken. Sie führen den kleinen Krieg, um den großen zu verhindern.
Hochspannung mit einem Titel für die Ewigkeit.

📝 Rezension geschrieben von Max Cady

Ein unaufgeregter, aber trotzdem sehr spannender Agentenfilm. Der Film nimmt sich Zeit, seinen Hauptcharakter einzuführen und die Verbitterung, die Vereinsamung, den Zynismus glaubwürdig zu machen. Es geht um tatsächliche Spionagearbeit, nicht um das, was uns die James Bond Filme (die ich auch sehr mag) als diese verkaufen. Richard Burton spielt hervorragend den Agenten Leamas, mit all seinen Facetten, und es ist eine große Freude, Oskar Werner in diesem Film zuzusehen. Martin Ritt vollbringt hier den großartigen Spagat, eine Charakterstudie mit einem spannenden und undurchsichtigen Agentenfilm zu verbinden. Eine tolle Le Carré Verfilmung, die man jedem nur ans Herz legen kann.

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