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Capote (2005)

Capote (2005)
Bewertung:
Humor: 14%14%
Action: 7%7%
Spannung: 30%30%
Erotik: 0%0%
Anspruch: 67%67%
Gesamtbewertung:
Empfehlenswert!
Empfehlenswert!

OT: Capote (2005)
Biografie
USA 2005
Regie: Bennett Miller
Buch: Dan Futterman, Gerald Clarke (Buch)
Musik: Mychael Danna
Produzent: Caroline Baron, Michael Ohoven, William Vince
Darsteller: Philip Seymour Hoffman, Catherine Keener, Clifton Collins Jr., Mark Pellegrino, Bruce Greenwood, Chris Cooper, Amy Ryan, Bob Balaban

Kinostart: 02.03.2006

Kurzinhalt:
Im November 1959 fesselt der Mord an einer Kleinstadt-Familie in Kansas die Fantasie von Truman Capote, den berühmten Autor von "Frühstück bei Tiffany". Gemeinsam mit seiner Jugendfreundin Harper Lee, Autorin des kurz vor der Veröffentlichung stehenden Romans "Wer die Nachtigall stört", macht sich Capote an die Recherchen vor Ort. Trotz seines großspurigen Auftretens gelingt es ihm, die Einwohner auf seine Seite zu ziehen. Während er eine gute Verbindung zu den Mördern aufbaut und das Datum ihrer Hinrichtung immer näher rückt, fordert die Arbeit an "Kaltblütig" - dem Buch, das die Entwicklung der amerikanischen Literatur maßgeblich beeinflussen wird - einen hohen Preis von Capote und verändert ihn auf eine Weise, wie er es nie erwartet hätte...

Capote (2005) (DVD)
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📝 Rezension geschrieben von 8martin

Begnadetes Ekel

Philip Seymour Hoffman† stellt die Titelfigur in ihrer ganzen Zwiespältigkeit großartig dar (Oscar!). Dass Truman Capote ein arroganter, intellektueller Alk war, der trotz Pieps Stimme auf sein soziales Umfeld heftig verbal einprügelte wird ebenso deutlich wie die Tatsache, dass er ein begnadeter Schriftsteller war. Mehrfach wird auf ‘Tiffany‘ hingewiesen. Hier recherchiert er für seinen Tatsachenroman ‘Kaltblütig‘, dessen grauenvoller Plot nur angedeutet wird. Und noch etwas wird hier klar: Capote hat sich nicht nur für die Handlung interessiert, sondern auch für die Täter. Jeder weiß, Capote war schwul. Als er die Story hat, lässt er in seiner Egozentrik den Mörder Perry (Clifton Collins jr.) fallen wie eine heiße Kartoffel – allerdings mit einer Träne im Knopfloch. Das macht ihn für manche nicht gerade liebenswerter. Bemerkenswert noch aus seinem Freundeskreis Harper Lee (Catherine Keener), die mit der ‘störenden Nachtigall‘ Weltruhm erlangte und die Einzige, die es an seiner Seite aushielt. Dem Rest der Promis merkt man an, dass sie sich in seinem Ruhm bloß sonnten, denn eines war Capote nie: langweilig.
Es bleibt eine Dokumentation ohne Spannung. Selten war der ‘Titelheld‘ unsympathischer als hier. Doch Seymour-Hoffmans Darstellung dieses menschlichen Zwerges aber schriftstellerischen Riesens kann einen schon fesseln.

📝 Rezension geschrieben von DerPsycho

Schauspielerisch ist der Film eine Wucht! Hoffmann hat sich den Oscar ohne Frage verdient. Ok, die deutsche Synchro klingt komisch, aber selbst im Original hört sich Capotes Stimme ja immer noch merkwürdig an. Auch der Rest der Schauspieler macht seine Sache sehr gut.
Der Rest des Films ist so eine Sache. Ich für meinen Teil hatte mich vorher nie groß mit Capote beschäftigt und auch noch nie ein Buch von ihm gelesen. Das macht den Film dann insgesamt wirklich etwas langatmig. Besonders der erste Teil mit den Ermittlungen kam nicht wirklich bei mir an. Da hat mir der zweite Teil, als die Täter im Gefängnis sitzen, schon ergeblich besser gefallen. Hier wird auch das schauspielerische Talent der Beteiligten viel besser deutlich.
Für mich insgesamt allerdings kein sehr guter Film. Vielleicht könnte es anders sein, wenn man etwas mehr in der "Materie" Capote drin wäre. Nichts desto trotz ein beeindruckendes Charakterspiel, das man sich gerne anschauen kann.

📝 Rezension geschrieben von Jackie Brown

Der Film war ehrlich gesagt ziemlich langweilig ... meine Freundin wollte ihn unbedingt sehen, weil sie in den USA in Kansas gelebt hat, naja, also habe ich mitgeguckt. Die Story lahmte unheimlich und Truman Capote ist ein Charakterschwein, total unsympathisch und die angebliche "Verwandlung" seines Charakters konnte ich nicht beobachten. Ich war ehrlich gesagt froh als der Film vorbei war, auch wenn ich nichtsdestotrotz nachvollziehen kann, dass Philip Seymour Hoffman für seine schauspielerische Leistung einen Oscar bekommen hat, gut gespielt war's schon.

📝 Rezension geschrieben von GM00156

Ich war schon immer ein Freund derartiger Verfilmungen. Das Buch "Kaltblütig" kannte ich bereits vorher, wusste aber nicht um die Geschichte, welcher dahintersteckt. Zuerst dachte ich, es sei ein Roman, dann erfuhr ich von der Echtheit der Geschichte. Mir war unklar, wie Capote an die Informationen gekommen war. Nachdem ich diesen Film gesehen habe, sehe ich auch die Welt mit anderen Augen. Hoffman spielt Capote, wie ich ihn aus Interviews und Filmen kenne. Keiner wäre von der Dramatik her besser geeignet gewesen. Auch Kompliment an Catherine Keener.
Zweifellos ein sehr guter Film, in welchem leider die Musik eine hintergründige Rolle spielt.

📝 Rezension geschrieben von GuArDiAPeRtIcArA

"Im Gegensatz zu Hickock, der eine relativ normale Vorgeschichte hat, ist Perry von Kindheit an mit Gewalt und Verbrechen konfrontiert. Seine Mutter, die indianische Rodeoreiterin Florence Buckskin, beginnt zu trinken und verlässt seinen Vater Tex John Smith nach zahlreichen Streitereien und einem elenden Wanderleben. Die Kinder landen bald in Heimen, wo der Bettnässer Perry seiner Aussage nach sadistisch gequält wird. Später zieht er mit seinem Vater, einem Querkopf irischer Abstammung, der sich gerne "Lone Wolf" nennt, umher und verbringt auch einige Zeit in Alaska. Trotz seiner Begabung auf verschiedenen Gebieten erhält er keine angemessene Schulbildung. Weitere Stationen seines Lebens sind der Koreakrieg, ein Motorradunfall, der eine bleibende körperliche Behinderung, die mit ständigen starken Schmerzen verbunden ist, hinterlässt, und schließlich der erste Gefängnisaufenthalt, der ihn mit Dick zusammenführt. Eigentlich will er mit diesem nach Verbüßung der Strafe nichts mehr zu tun haben, doch nach einer Enttäuschung - ein anderer Bekannter aus der Haftzeit, den er unbedingt noch einmal treffen wollte, ist spurlos verschwunden - lässt er sich überreden, in das Clutterhaus einzudringen."

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kaltbl%C3%BCtig

Aber ich komm vom Thema ab, es sollte ja hier um Clifton Collins Jr. gehen, der Perry Smith eben wie gesagt sehr gut verkörpert. Besonders in einer Szene gegen Ende kann er Hoffman für kurze Zeit sogar die Show stehlen.
Catherine Keener spielt Harper Lee Freundin und Assistentin von Truman. Sie spielt glaubwürdig und kommt sehr sympatisch rüber und hat einige sehr gute Szenen. Außerdem sind da noch Chris Cooper, Bruce Greenwood und Mark Pellegrino um nur einige der guten Nebendarsteller zu nennen.

Ein Lob muss ich auch Adam Kimmel für seine großartige Kameraarbeit aussprechen. Ihm gelingt es perfekt die düstere, kalte und traurige Stimmung Kansas einzufangen. Auch die Musik von Mychael Danna weiß zu überzeugen, aber wird leider viel zu selten eingesetzt. Da hatte ich mir nach dem Trailer einiges mehr von erwartet.Und dann muss ich auch Regiessuer Bennett Miller nochmal loben der hier mit seinem Spielfilm-Debüt sehr beeindruckt.

Zur Bewertung:
Schnell war mir klar das Capote sich jenseits der 80 % bewegt. Zwar ist auch Capote kein perfekter Film, ich fand ihn etwas zu kurz außerdem wird die Musik zu selten eingesetzt, aber auf Grund der Tatsache dass Capote im O-Ton noch um einiges besser ist hab ich mich dann doch entschlossen zum 2. Mal dieses Jahr nach Brokeback Mountain auch Capote 100 % zu geben. Wenns auch sehr knappe 100 % sind, der Film und vor allem Hoffman haben mich schon sehr beeindruckt und so denke ich hat sich Capote das Prädikat "Meisterwerk", wenn auch eher ein kleines "Meisterwerk", verdient.

(mb)

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So jetzt hör ich mal lieber auf zu schreiben, sonst liest sich das am Schluß überhaupt niemand mehr durch ...

📝 Rezension geschrieben von GuArDiAPeRtIcArA

Meine Kritik:

"Ever since I was a child, folks have thought they had me pegged,
because of the way I am, the way I talk.
And they're always wrong."

Capote, USA 2005

114 min.

im Kino gesehen am 07.04.2006

Truman Streckfus Persons besser bekannt als Truman Capote seit seinem Romandebüt Other Voices, Other Rooms (1948) und dem weltweiten Bestseller Breakfast at Tiffany's (1958) einer der bedeutesten Schriftsteller Amerikas und Liebling der New Yorker Intellektuellen-Szene, liest einen Zeitungsartikel über einen brutalen Vierfach-Mord in Kansas und beschließt im Auftrag des New Yorker darüber zu schreiben. Als er zusammen mit seiner Jugendfreundin Harper Lee (To Kill a Mockingbird) nach Kansas fährt will er nur eine ganz normale Reportage schreiben, dass er fast 6 Jahre später nach einer Obsession und als psychisches Wrack mit In Cold Blood ein neues Genre den Tatsachenroman begründen wird , dass hätte er sich wohl nicht mal in seinen kühnsten Träumen ausgemalt.

Diese 6 Jahre sind es auch um die es in Capote geht. Damit begeht Capote nicht den Fehler das ganze Leben einer Person zu schildern, wie es andere Biografien meistens vergeblich versuchen. Meiner Meinung nach ist es nicht möglich ein ganzes Leben in 2 Stunden abzuhandeln, Bennett Miller (Regie) und Dan Futterman (Drehbuch) versuchen gar nicht erst ein großes biografisches Drama zu inszenieren sondern zeichnen eine sehr intensive und äußerst interessante Charakterstudie von Truman Capote. Was mir persönlich gefällt, Capote nimt sich keine Zeit um die Personen vorzustellen. Es beginnt mit dem Mord bzw. dem Auffinden der Opfer und schon zwei Szenen später ist Truman auf dem Weg nach Kansas. Durch diesesn sehr schnellen Beginn hat man das Gefühl sofort mitten im Geschehen direkt neben Truman bei seinen Recherchen zu sein. Dieses ungewöhnlich schnelle Tempo für eine Charakterstudie kann Capote zum Glück nicht halten, mit der Zeit wird es immer langsamer. Dies mag bei einigen für Langeweile sorgen, ich find es positiv und sehr passend. Capote gelingt es nicht unbedingt richtige Spannung aufzubauen, aber auch das stört nicht. Denn wie gesagt, Capote ist keine reißerische Biografie sondern eine detallierte Charakterstudie und die lebt nicht von einem hohen Spannungsbogen, einer einfallsreichen Story oder großen Überraschungen sondern von den Dialogen und ganz besonders von den Darstellern - und da bin ich auch schon bei der Person die diesen Film so großartig macht, Philip Seymour Hoffman!

Philip Seymour Hoffman, mir bisher nur aus Cold Mountain und The Big Lebowski bekannt, spielt hier wirklich eine der besten Performances der Filmgeschichte! Das ist jetzt natürlich eine gewagte Aussage, aber bei Hoffman trifft es wirklich zu. Capote selbst hätte sich nicht besser spielen können. Die Gratwanderung ziwschen arrogantem, egoistischem, selbst verliebten Publikumsliebling und hochsensiblem, Mensch gelingt Hoffman so spielerisch, dass es wirklich Spass macht ihm dabei zu zuschauen. Für die dt. Synchronisation kann Mr. Hoffman natürlich nichts, im Gegensatz zu vielen anderen fand ich sie aber nicht so schlimm. Man muss aber auch sagen das es für den Synchro-Sprecher sicher kein leichter Job gewesen ist. Die Tatsache dass das Ganze sich im O-Ton noch viel, viel besser anhört, wertet die Leistung von Hoffman natürlich nochmal auf!
Bei den ganzen Lobgesängen für Philip Seymour Hoffman die natürlich berechtigt sind, darf man auch die anderen Darsteller aus Capote nicht außer Acht lassen. Da fällt einem natürlich als Erstes Clifton Collins Jr. als zum Tode verurteilter Perry Smith auf. Er spielt den Mörder sehr menschlich ohne dabei übertrieben sympatisch zu wirken. Dabei muss ich auch mal sagen, das ich es sehr gelungen fand, wie man die beiden Täter dargestellt hat. Nicht als kaltblütige Monster, aber eben auch nicht als bemitleidenswerte Opfer der Gesellschaft. Wobei die Kindheit bzw. das soziale Umfeld von Perry Smith sicher einen großen Teil dazu beigetragen hat, dass es soweit kommen konnte. Hier ein grober Überblick über das Leben des Perry Smith:

📝 Rezension geschrieben von mlp

Was mich am meisten bei diesem Film genervt hat, war die schreckliche Snychro von Hoffman. Ich weiss, dass Capote im waren Leben auch sehr hoch gesprochen hat, aber im Original Trailer war dies 1000mal erträglicher. Außerdem ist der Film an vielen Stellen sehr langatmig. Man hätte die durchweg bedrückende Stimmung auch anders rüberbringen können (z.B. einige Szenen etwas kürzer fassen). Dem Verständniss des Films hätte es auf keinen Fall dadurch geschadet.
Was den Film aber qualitativ unglaublich hochreißt, ist die Leistung von Hoffman. Guckt euch den Film einfach an und ihr wisst was ich meine. Jedoch fehlt dem Film einfach das gewisse etwas. Zum Meisterwerk kann man es auf keinen Fall erklären.
Erwähnenswert wäre auch noch, dass dies der erste Film ist, bei dem ich es erlebt habe, dass alle Kinobesucher erst einige Minuten nach Beginn des Abspanns gegangen sind.

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💬 "Pass auf, was du tust, um zu kriegen, was du willst."


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