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Das Schweigen (1963)

Das Schweigen (1963)
Bewertung:
Humor: 20%20%
Action: 0%0%
Spannung: 60%60%
Erotik: 20%20%
Anspruch: 70%70%
Gesamtbewertung:
gut!
gut!

OT: Tystnaden (1963)
Drama
Schweden 1963
Regie: Ingmar Bergman
Buch: Ingmar Bergman
Musik: Ivan Renliden
Produzent: Allan Ekelund
Darsteller: Ingrid Thulin, Gunnel Lindblom, Birger Malmsten, Håkan Jahnberg, Jörgen Lindström, Lissi Alandh, Karl-Arne Bergman


Kurzinhalt:
Ester (Ingrid Thulin), ihre Schwester Anna (Gunnel Lindblom) und deren neunjähriger Sohn Johan (Jörgen Lindström) müssen ihre Heimreise unterbrechen, weil die lungenkranke Ester einen Zusammenbruch erleidet. Sie übernachten in einer fremden Stadt, deren Einwohner eine unverständliche Sprache sprechen. Das bizarre Hotel beherbergt außer ihnen nur noch eine Gruppe von Liliputanern. Völlig isoliert von der Außenwelt und unfähig zur Kommunikation untereinander fallen sie in einen Strudel der sexuellen Begierde, der Exzesse und des Hasses...

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📝 Rezension geschrieben von 8martin

'Gott ist tot'

Der Skandal Klassiker der frühen 60er Jahre. Heute lassen einen die paar Sexszenen des Films völlig kalt. Regisseur Bergman hatte aber auch einen eher philosophischen Ansatz im Kopf.
Den Hinweis auf die beiden anderen Filme der Trilogie ersparen wir uns hier. Gott schweigt, ist vielleicht tot!? Die Kommunikation unter den Menschen ist gar nicht mehr vorhanden. Es herrscht Schweigen in der Welt.
Die beiden Schwestern Anna (Gunnel Lindblom) und Ester (Ingrid Thulin) und Annas Sohn, der kleine Johan (Jörgen Lindström) sind auf der Heimreise und übernachten in einem fast menschenleeren Hotel im Irgendwo. Die Sprache verstehen sie nicht. Es passiert fast nichts. Es herrscht weitgehend Stille.
Die geniale Actionarmut geht unter die Haut, lässt die Seele einfrieren. Es gibt keinen Score, allenfalls mal eine sirenenartige Heulboje oder eine Totenglocke. Vor dem Hotel hält schon mal demonstrativ ein Panzer. Ester säuft und raucht, befriedigt sich selbst. Anna will einen Mann und der kleine Johan langweilt sich und erkundet seine Umgebung. Dabei nähert er sich einem alten Mann, dem Zimmerservice. Anna angelt sich einen Kellner und nimmt ihn mit ins Hotel. Johan schaut durchs Schlüsselloch zu und Ester wird hereingebeten, weil Anna sie demütigen will. Diese Hassliebe der beiden Schwestern verdeutlicht die zwischenmenschliche Eiszeit. Hier kann sich Esters Gesundheitszustand ruhig verschlechtern. Anna wünscht ihr ohnehin den Tod an den Hals.

Bevor Anna und Johan alleine weiterfahren, gibt Ester dem Buben noch eine briefartige Nachricht. Worte ohne Bedeutung (sic!). Es ist nicht der kurz angedeutete Sex, der den Film erwähnenswert erscheinen lässt, sondern die logische Zwangsläufigkeit, die von sprachlos, über einsam und lieblos zu sinnlos und verloren führt. Wer das nachempfinden kann, akzeptiert das geringe Quantum Sex vielleicht sogar als Trost.

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